Samstag, 13. Juli 2013

Können Hornochsen kochen?


Ein Hornochse ist gemeinhin ein dummer, einfältiger Mann, ein Bekloppter, ein Dämlack, ein Depp, ein Dummkopf, ein Dussel oder ein Esel! Ich denke, das ist eine gute Frage aber sie ist falsch gestellt! Besser wäre: Können Hornochsen gekocht werden?



Na klar, Köche nutzen nicht nur das zarte Fleisch vom Ochsen, auch die Knochen finden Verwendung: Sie geben jeder Sauce ein noch besseres Aroma. Oder man fragt einen Wiesenbesucher, nein, man fragt besser 400 Wiesenbesucher, denn so viele Portionen schneidet die Wirtin der Ochsenbraterei aus einem kross am Drehspieß gebratenen Rindvieh auf Münchens größter Biervernichtungsparty. Hier soll es allerdings um einen hornlosen Vertreter dieser Gattung gehen, dem Galloway Rind. Es ist ein Ganzjahrestier – oh sorry eine Denkassoziation meinerseits (ich habe gerade mein Portemonnaie verschlankt und meinem privaten Verkehrsmittel neue Schuhchen resp. Ganzjahresreifen gegönnt).
Der Outdoorhufer hat gleich zwei Fellschichten und ist damit kältetauglich. Sein Stoffwechsel läuft dauerhaft auf Sparflamme. Es wächst langsam heran und das verschafft dem puscheligsten Vertreter der Rindviecher den besonderen Geschmack.



Nun die Vorgehensweise für meinen schmackhaften Gallowaysalat. Für den Vorabendschmaus besorge man beim Fleischdealer seines Vertrauens je ein schönes großes Steak (Zuschnitt al gusto) plus eine entsprechende Menge für den geplanten Salat am Folgetag. Und nun Obacht oder Warschau wie der Segler sagt, aufgepasst: Die Extraportion separieren und geschickt getarnt verstecken. Es besteht absolute Verdunstungsgefahr, sprich, die Mundraubdiebe sind am Start. Das Fleisch ist derart köstlich, dass man (Frau übrigens auch), lässt man etwaige Sättigungsbeilagen außen vor, gut eine doppelte Portion davon vernichten könnte - denn wann schmeckt Gemüse bekanntlich am besten? Wenn man es durch ein ordentliches Stück Fleisch ersetzt!



Das Stichwort lautet umami. Umami ist eine Grundgeschmacksrichtung, die mit Fleisch zusammenhängt bzw. mit der Glutaminsäure. Der Name stammt aus dem Japanischen und es gibt dafür keine Übersetzung. Brillat-Savarin hat dies bereits 1825 als schmackhaft oder herzhaft beschrieben.
Ich bin sowohl Vegetarier als auch leidenschaftlicher
Anti-Alkoholiker, weil ich so besseren Gebrauch von meinem
Gehirn machen kann.
Thomas Alva Edison (1847-1931)
Ich bin weder Vegetarierin noch Anti-Alkoholikerin und mein Oberstübchen funktionuckelt trotzdem, ätsch bätsch.
Man darf nicht essen, was ein Gesicht hat.
Paul McCartney (1942-…)
Dazu mein Kommentar: Beatlesmusik war noch nie meins. Ich mag kein dudeldidö. Mick, Keith, Charlie und Konsorten rocken die Bude da schon in einer ganz anderen Liga – die knabbern sicher nicht nur Möhren.


So, weiter im Text, steuern wir mal in Richtung Gallowaysalat, ein feiner, nicht vegetarischer Salat:
Hirse gibt’s überall zu kaufen, es muss ja nicht die Vogelfutterhandlung sein. Und für Goji Beeren lohnt es sich allemal einen Handstand zu machen. Beiden ist eins gemeinsam – es sind (Mädels aufgepasst) wahre Schönheitselixiere für Haare und Nägel, Sizilium, nein Silentium, nein Silizium heißt das Zauberwort. Als Kieselsäurenpräparat steht es haufenweise im Nahrungsergänzungsmittelregal der Drogeriesupermärkte. Und nein, die Blättchen auf dem Foto unten sind nicht der überallgegenwärtige Koriander. Viele mögen das leicht seifige Aroma ohnehin nicht. Es ist das feine Küchenkraut Kerbel! Er verbreitet einen aromatischen Duft, den er seinem Reichtum an ätherischen Ölen verdankt. Sein Geschmack ist leicht würzig, süßlich und erinnert ein wenig an Fenchel. Ach und da sind ja noch die Linsen. Was schnattert dazu Volkes Stimme?
                  Erbsen Bohnen und Linsen bringen den Arsch zum Grinsen.
Linsen enthalten überproportional viel Zink. Studien haben ergeben, dass sich bei ausreichender Versorgung mit Zink eine deutliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit einstellt.

               Essen wir uns gesund mit gesunden Lebensmitteln!


Hier mein Rezept:
Gallowaysalat von Doc.Eva

Zutaten
200 g          Steak vom Gallowayrind
1 Stck          Möhre
50 g            Linsen, braun
20 g            Hirse
20 g            Gojibeeren
1 Stck          Paprika, gelb
1 Stck          Ingwer
1 Ze            Knoblauch
8 St             Kerbel
5 El             Rapsöl
3 El             Sojasauce, hell
1 El             Zucker
4 El             Limettensaft
Salz
Pfeffer, schwarz

Zubereitung
Aus 4 El Rapsöl, Sojasauce, Zucker, Limettensaft, Salz und Pfeffer eine Marinade rühren.
Gojibeeren in warmem Wasser einweichen. Linsen und Hirse in ungesalzenem Wasser bissfest garen. Möhre und Paprika schälen und würfeln und kurz in kochendem Wasser blanchieren. Ingwer und Knoblauch feinst würfeln. Kerbel zupfen. Die Steaks in 1 El Öl rosa braten. Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden, mit den Gemüsen mischen und in die Marinade geben.

Anrichten
Salat auftellern und mit Kerbelblättchen ausdekorieren.

Lasst es euch schmecken!

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