Freitag, 11. April 2014

Ja, ist denn jetzt die ganze Welt verhext?




Mieke Telkamp (niederländische Sängerin)

Man befindet sich hier ja weder auf einem Musikblog noch auf einem Gartenblog, aber wer hier hin und wieder hier hineinschaut, der wird mein querfließendes Gedankengut vielleicht hassen, oder im besten Falle sogar
lieben, abgesehen von meinen genialen Rezepten(ich glaub mein Heiligenschein drückt, ha, ha).
Spargelgratin
Essen kann man ja bekanntlich Vieles, manches nur einmal (giftiges Pilzgericht), aber Tulpenzwiebeln werden nicht wirklich, auch wenn sie noch so liebevoll zubereitet sind, gut schmecken. Anders ist es mit der Schopfigen Traubenhyazinthe, diese Blumenzwiebel gilt in Italien als ganz besondere Delikatesse. Ein Rezept für gratinierte Lampagioni gibt es bei meinem Bloggerkollegen Robert von lamiacucina. Wichtig beim Anbau von Blumenzwiebeln ist, abgesehen von guter Muttererde und ordentlich Sonnenschein in jedem Fall Wasser von oben, sprich Niederschlag.

 Willst Du einen Tag glücklich sein,
So betrinke Dich mit Wein.
Willst Du ein Jahr glücklich sein,
So baue Dir ein Haus.
Willst Du ein Leben lang glücklich sein,
So gestalte Deinen Garten.
Chinesische Weisheit
Spargelsproß (Asparagus) - Fake

Zu viel Wasser unter‘m Schiff gibt es nicht! IM Boot kann es aber auch extrem schädlich sein und die Schwimmwesten erforderlich machen. Gut, wenn man dann eine Pütz (Eimer) an Bord hat, damit könnte man den Kahn dann per Hand lenzen, falls die eingebaute Lenzpumpe versagt. Als Lenzen (n’deut. lens = leer) bezeichnet man im Nautischen das Abpumpen von eingedrungenem Wasser aus einem Wasserfahrzeug.
Kennt ihr sie auch, Menschen, die, wenn sie sprechen immer mal wieder ganze Silben verschlucken? Man nennt ihre Störung des Redeflusses mit Verschmelzung von Silben schlicht Poltern. Sie machen aus lenzen einfach mal Lenz.
Comedian Harmonists

Und so schließt sich der Kreis über die Musik, die Botanik und die Nautik zurück zum Essen, meinem eigentlichen Lieblingsthema, heute: Spargel. Dem milden Winter 2013/14 sei Dank, dass wir spargelenthusiastischen Deutschen die Stangen aus heimischem Anbau schon jetzt, Anfang April, genießen können. Das verlängert die diesjährige Saison bis zum traditionellen Spargelsylvester am 24. Juni um mehrere Wochen.

Wenn’s nach dem Spargelgenuss beim Pieseln noch mal spargelt, dann ist man weder blasen- oder nierenkrank, noch dem Tode geweiht, nur weil das beim mitessenden Kumpel nicht der Fall ist. Der Eine hat’s und der Andere eben nicht, das Gen, das die im Spargel enthaltene Asparagussäure, nicht die Asparaginsäure, abbauen kann und die schwefelige Duftnote auslöst. Letztere darf bitte, bitte nicht selbsttätig im Körper abgebaut werden, fungiert sie doch als maßgeblich beteiligte Transmittersubstanz aller Synapsen des ZNS (zentralen Nervensystems).

Wir trampeln durchs Gemüse,
wir trampeln durch die Saat.
Hurra wir verblöden, für uns bezahlt der Staat.
Unbekannter Autor

Stillbabys verweigern hi und da auch schon mal das Saugen oder quittieren das Ritual mit unerklärlichem Gebrüll, weil ihre Mutter diese Asparagussäure über die Muttermilch mit ausscheiden kann.



Zum Saisonstart ist das Gemüse bekanntlich recht kostenintensiv. Was liegt näher, als es als kleine Vorspeise zu zubereiten. In seinem Buch Geständnisse eines Küchenchefs erklärt Anthony Bourdain, dass man es in Restaurants tunlichst vermeiden sollte montags ein Gratin zu bestellen – es könnten sich nicht mehr topp frische, eher übrig gebliebene, Zutaten vom vergangenen Wochenende unter der Käsekruste verbergen. Die Bezeichnung Gratin geht im Übrigen auf gratinieren (frz. gratiner = am Rand des Kochtopfs festbacken) zurück, gerne mit Käse oder sahnehaltigen Saucen.

Es sind Wenige in großen Meeren ertrunken
aber viele in kleinen Gläschen!
Unbekannter Autor

Kleine Gläschen und überhaupt, kleine Gefäßchen sind meine Leidenschaft! Ich bin wahrlich kein Freund von Aufläufen, serviert aus riesengroßen Schüsseln, das überlasse ich Müttern von Calantha, Sylvana, Sarafina, Estefania, Loredana, Sarah Jane, Lavinia, Jeremy Pascal, o. Ä., bei denen Essen reinen Sättigungscharakter hat. Ein kleines Spargelgratin hat es verdient in einem separaten Geschirr überbacken und serviert zu werden. Mein Lieblings-Porzellan-Servierlöffel dient als willkommene Unterlage für diesen hitzigen Schmackofatz.

Als angesagte Muschelverweigerin taugt auch schon mal die Pilgermuschel Schale. Es soll ja Hobbytaucher geben, die in Norwegen die sandigen Böden der Meere nach Jakobsmuscheln absuchen. Ich hab sie meinen Genuss-Komplizen abgeschwatzt. 

Hier kommt mein Rezept:
Spargelgratin von Doc.Eva

Zutaten
250 g          Spargel, geschält, schräg in Stücke geschnitten
                   Salz
                   Zucker
4 El             Gouda, alt, gerieben
4 El             Semmelbrösel

Sauce Béchamel
1 El             Butter
1 El             Mehl
125 ml        Milch
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung
Sauce Béchamel
Butter in einem Topf schmelzen lassen. Das Mehl darüber stäuben und bei schwacher Hitze 2-3 Min. hell anschwitzen, aber nicht bräunen. Dabei ständig mit dem Schneebesen rühren.
Nach und nach Milch angießen. Dabei kräftig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Einmal aufkochen lassen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Die Sauce offen bei schwacher Hitze 8-10 Min. ganz leicht köcheln und nicht anbrennen lassen.

Vorbereiteten Spargel 4 Min. in gezuckertem Salzwasser kochen, abtropfen lassen.
Spargel mit Sauce Béchamel vermischen. Spargel auf kleine Auflaufförmchen verteilen. Geriebenen Käse mit Semmelbröseln vermischen und auf den Spargel geben. 15 Min. bei 180°C auf oberster Schiene im Backofen gratinieren.

Anrichten
Förmchen auf einen kalten Teller stellen und direkt aus den Förmchen servieren, Vorsicht: Sehr heiß!

 Lasst’s euch schmecken!

Dies ist ein weiterer Blogbeitrag für meine liebe Kochfreundin Petra von Obers trifft Sahne zum Blog-Event XCVII -Lieblingslöffelessen von 1xumrühren bitte aka Kochtopf.

 

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