Von kleinen Äpfeln, die keine sind

Heute habe ich euch mal eine spannende Liaison mitgebracht: Kalbfleisch, Thunfisch, Pfifferlinge und Pasta als sommerlichen Salat. Italienisches Essen kommt ja immer gut. Warum auch nicht? Einen Versuch ist mein Salat Gnocchetti sarda Vitello-Tonnato-Style in jedem Fall wert …

Der Nudelsalat Der Salat Es gibt Bandsalat, Buchstabensalat und Kabelsalat, die sind allerdings ungenießbar. Das Wort Salat stammt (von franz. salade, ital. insalata von lat. Sallita = eingesalzen). Salate sind also gemäß dem Wortsinn mit Salz haltbar gemachte Speisen. Das erste Buch, das ausschließlich von Salaten handelte, war John Evelyns Acetaria: A Discourse on Sallets (London 1699). Er schrieb darin, dass die Gemüsesalate aus Italien und den Niederlanden stammten. Schau an, mein richtiger Vorname (Evelyne) in der männlichen Variante. Ein Salat ist ein Gericht, das eigentlich aus rohen Salatpflanzen oder Gemüsen hergestellt wird. Salate gehören zur sogenannten Kalten Küche und werden entweder als Vorspeise…

Hinter den sieben Bergen…



"Frau Königin! Ihr seid die Schönste hier,
aber Schneewittchen hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen,
ist noch tausendmal schöner als Ihr."
aus dem Märchen Schneewittchen (Brüder Grimm, 1812)

Die sieben Berge gibt es nicht nur im Märchen, sondern tatsächlich ist es ein Höhenzug im Niedersächsischen Bergland. Auf jeden Fall ist es aber ein Synonym für eine abgeschiedene Gegend, szs. weit weg vom Schuss. Der Berliner würde sagen:
jott wee dee (JWD), janz weit draußen
ganz weit draußen
Hinter sieben Berge, oder mehr, führte mich kürzlich der Weg quer durch Deutschland ins St. Nimmerland nach Vöhl in Hessen, ein Luftkurort in der Nähe des Edersees. Meine Kochfreundin P. ist in den Social Medias immer wieder über sehr liebevoll angerichtete Teller gestolpert und hat recherchiert: Ben’s Active Cooking und sein Team stecken dahinter.
Da müssen wir hin! Ben und Mike liefern Lebensmittel-Module (Bausätze für Essen) aus hochwertigen und frischen Zutaten an Kunden, deutschlandweit, nach Hause. Dazu organisieren sie Kurse und scheuen sich auch nicht selbst anzureisen. Wir wurden schon erwartet und zubereitet wurden extra für uns zwei wundervolle Gerichte.
Wie erlebten die Entstehung von Luftschokolade und Crème Chiboust, sahen Schmuckstücke aus dem Dörrautomaten und vieles mehr. Herzlichen Dank an Ben und Mike an dieser Stelle. In ihrem angegliederten Shop mit Salzen, Ölen und Essigen aus eigener Herstellung wurden wir fündig und schleppten Feinstes mit nach Hause, z.B. Zitronenöl und Himbeeressig. Ok das Zitronenöl war sofort meins!
Einen weiteren Bericht über Ben’s Active Cooking gibt es hier zu lesen.

Steinpilze gibt es derer ja viele in diesem Jahr in den deutschen Wäldern. In Thüringen wurden sie mir mit Speck, Sahne und Kloß serviert.
Ich brate sie aber auch gerne nur in guter Butter mit etwas Thymian.

Man kann sie konservieren in Essig,  und unter Öl … aber man kann sie auch roh verzehren, z. B. als Carpaccio.

Der berühmte Maler und Namensgeber dieser Vorspeise, Vittore Carpaccio (1465 - 1525/26), war für seine leuchtenden Rottöne bekannt. Durch ihn inspiriert gab Giuseppe Cipriani, vor ca. 60 Jahren in Harry’s Bar in Venedig dem Gericht seinen Namen. Inzwischen wird der Begriff Carpaccio auch als Synonym für eine Zubereitungsart von Speisen verwendet, die aus sehr dünn geschnittenen und marinierten Zutaten bestehen. Und nun kommen wir wieder zu meinem aktuellen Lieblingsthema food pairing, das Paaren von unterschiedlichen Geschmäckern. Geschmorter Pfirsich mit Steinpilz ist bereits in der Kochliteratur zu finden. Warum also nicht mal Nektarine als Begleitung zum Pilz auswählen. Da käme definitiv der allgegenwärtige Champignon in Frage. Aktuell bietet sich allerdings Karljohan an, so der schwedische Name für Steinpilz. Karl XIV. Johann war derjenige der, der Geschichte nach, den Steinpilz seit 1818 in Schweden populär machte und den Menschen die Angst vor Pilzen nahm. Ich mag Karljohan, ich esse ihn gerne und in kleinen Mengen auch mal roh.

Hier kommt mein Rezept:

Steinpilzcarpaccio von Doc.Eva

Zutaten
250 g           Steinpilze, küchenfertig
1 Stck          Nektarine
4 Stck          Cocktailtomaten
4 St             Basilikum, gezupft
4 St             Thymian, gezupft
1 St             Lauchzwiebel, in feinen Röllchen
2 El             Rapsöl
1 Tl             Zitronenöl von Ben’s Active Cooking


                   Pfeffer, schwarz
                   Fleur de Sel
                   Malvenblüten

Zubereitung
Steinpilze, Nektarine und Cocktailtomaten in sehr feine Scheiben schneiden. Aus Rapsöl, Zitronenöl, Pfeffer und Fleur de Sel eine Marinade rühren.

Anrichten
Steinpilze, Nektarine und Cocktailtomaten dekorativ auf einem Teller anrichten. Mit Thymian, Basilikum und Lauchröllchen hübsch ausdekorieren. Mit Malvenblütenblättchen finishen. Marinade darüber träufeln.
Lasst’s euch schmecken.

Dies ist mein Beitrag für Petra von Obers trifft Sahne für ihr Blogevent ...und wie würzt du?



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