Samstag, 24. Januar 2015

Warum essen wir so gerne Grünes?



Man trifft sich immer zweimal im Leben, aber manchmal eben auch öfter… So geschehen letztes WoE. Ich lud meine Mädelsrunde zu EVA’S TEATIME. Natürlich gab es Tee und Gebäck. Da ich aber meine Gäste kenne, und sie verweilen gerne auch mal länger, und der Tee später durch gängige Kaltgetränke ersetzt wird habe ich in Anlehnung an das Thema britisch weiter gedacht. Etwas herzhaftes Warmes sollte es nach diversen Salätchen schließlich auch geben, hier: Rind mit Zuckerschoten und geminztem grünem Erbspüree.

Mange-tout sagt der Franzose wenn er eine junge Zuckerschote verzehrt. Der Engländer nennt seine sugar peas mangetout. Hierzulande hört sie auch auf die  Namen Zuckererbse, Kaiserschote, Kiefelerbse oder bot. Kefe (Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium). Sie ist so überaus gesund, da können der hinlängliche Dönerfresser ebenso wie der sich das Maul verbrennende Pizzaverdrücker und die komplette Tütenaufreisserfraktion nur von träumen - ganz zu schweigen von den achsohippen Burgerboys und –girls  und den Sub-Pappbrötchenreinziehern schlechthin!

Zuckerschoten (Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium)
Pflanzenzucker, die Vitamine B1, B2, B3, C, E, Kalium, Magnesium, etwas Zink, Lezithin, und Saponine sind in grünen Erbsen enthalten. In getrockneten Erbsen findet sich überdurchschnittlich viel Phosphor und Eisen aber auch Schwefel, Phenolsäuren und Flavone. Aber Achtung, sie enthalten auch Phytoöstrogene: In Indien verwendeten Frauen Suppe aus Erbsenhülsen zur Verzögerung der Empfängnis. Ob das wohl klappt? Mich is eh Wurscht! Erbsen gab’s schon in der Steinzeit. Die ersten Funde von Pisum aus dem frühen Neolithikum, um 6750 v. Chr., stammen aus dem vorderen Irak. In Mittelanatolien (Türkei) und dem östlichen Griechenland wurden Pisum elatius- und Pisum sativum-Formen aus steinzeitlichen Siedlungsschichten, etwa 6000 v. Chr., gefunden. Sie breitete sich dank ihrer guten Anpassungsfähigkeit auf besseren Böden mit genügend Feuchtigkeit und ausreichendem Kalkgehalt überall in der Welt, bis zu 67° nördlicher Breite in Skandinavien und in den Alpen bis zu 2000 m über NN, aus. Ihre eher dunkelgrüne Farbe hält sich auch bei der Tiefgefrierung stabil.
Rollen zwei Erbsen den Flur entlang.
Sagt die eine zur anderen:
"Vorsicht, da kommt eine Trep ep ep ep ep eeee“

Warum essen wir so gerne Grünes? Grün gilt als die Farbe der Harmonie und als Farbe der inneren Mitte. Grün vermittelt Naturverbundenheit, Ruhe, Zufriedenheit und inneren Frieden. Es fördert die Regeneration von Körper, Geist und Seele. Grün ist die Farbe des Lebens - der grüne Pflanzensaft Chlorophyll gilt als das Blut der Pflanzen, und ohne Chlorophyll wäre es schwierig auf der Erde zu Leben. Mittels Photosythese wird mit Hilfe des Farbstoffs Chlorophyll aus der Lichtenergie der Sonne Sauerstoff und andere chemische Verbindungen erzeugt. Kurzum ohne das Grün der Pflanzen hätten wir keine Luft zum Atmen. Erbsen, Gurke, Kopfsalat, Oliven, Paprika, grüner Spargel, Weißkohl, Spinat, Zucchini, Porree/Lauch, Chili, Mangold, Kohlrabi, Rucola, Wirsing und Grünkohl gehören bei den Gemüsen dazu. Auch Obst, wie Rhabarber, Kiwi, Birne, Stachelbeeren und Weintrauben bereichern unseren Speisezettel.

Leider habe ich heute kein Foto, äh Lied für euch!
Denkt einfach an Atemlos...
und verdammt mich für den heutigen Tag, ha ha ha.
Um die grüne Farbe der Erbsen beim grünen Erbsenpüree zu erhalten empfiehlt es sich etwas Ascorbinsäure dem Kochwasser hinzuzufügen! Das sorgfältige durch’s Sieb streichen ist natürlich für ein seidiges Püree unerlässlich. Nun folgt das Rezept:


Rind mit Zuckerschoten und geminztem grünem Erbspüree von Doc. Eva

Zutaten
Rind
500 g           Rinderfilet
1 El             Butterschmalz
2 Ze             Knoblauch
                   Rosmarin
                   Thymian
                   Salz,
                   Pfeffer, schwarz
Erbspüree
400 g           Erbsen, TK
100 g           Butter
3 St             Minze
1 Spr           Maggi
2 Pr             Macis (Muskatblüte)
1 Pr             Ascorbinsäure (Vit. C)
                  Salz, Pfeffer, weiß
Zuckerschoten
200 g           Zuckerschoten
1 El             Butter
1 Pr             Zucker
                   Salz
Rotweinsauce
5 Stck          Schalotten, klein gewürfelt
200 ml         Rotwein
200 ml         Portwein
10 g            Butter
90 g            Butterwürfel, kalt
                   Zucker
                   Pfeffer
                   Salz
Zubereitung
Rindfleisch
Ofen auf 80 °C vorheizen! Filet salzen, pfeffern und in Butterschmalz in der Grillpfanne scharf anbraten. Knoblauch, Rosmarin und Thymian kurz mit anbraten. Alles auf ein Blech geben und bei 80°C langsam, ca. 2 h fertiggaren.
Erbspüree
Die Erbsen nach dem auftauen 5 Min. in Wasser mit etwas Vit. C kochen. Abgießen und mit der Minze pürieren. Butter einarbeiten und mit Maggi, Macis, Salz und Pfeffer abschmecken.
Rotweinsauce
Die Schalotten in 10 g Butter anschwitzen. Den Rotwein und den Portwein angießen, 20 Min. köcheln lassen und deutlich reduzieren, anschließend nicht mehr kochen lassen. Die Sauce mit kalten Butterflocken montieren. Die Sauce mit Salz und Zucker abschmecken.
Zuckerschoten
Zuckerschoten kurz blanchieren, in gesalzenem Eiswasser abschrecken, in Butter schwenken und mit Salz und Zucker abzuschmecken.

Anrichten
Erbspüree nach Bedarf als Nocke, Klecks oder im Ring auftellern. Fleisch aufschneiden und nochmals salzen. Zuckerschoten hinzugeben und mit Rotweinsauce abrunden. Mit Minzeblättchen ausgarnieren.
Lasst’s euch schmecken!



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