Wer Sorgen hat, hat auch Likör

Kirschlikör
Neulich war ich in der Taste Academy von AEG im westlich gelegenen Vorort von Berlin, in Potsdam. Das Event fand in den Räumlichkeiten von SinnesRausch statt – welch eine Lust.

Die Taste Academy

Mit diesem Kulinarik-Event der Extraklasse werden interessierten Freizeitköchen Geschmackshorizonte aus der avantgardistischen Cuisine (franz. = Küche) näher gebracht. Dabei spielen innovative Kochtechniken und Garmethoden und natürlich die Kunst des Anrichtens eine wesentliche Rolle um alle Geschmacksfeinheiten herauszukitzeln. Hat die Struktur gegarter Lebensmittel auch Einfluss auf ihren Geschmack? Das alles sollte herausgefunden werden.

Der Protagonist

Ludwig [Lucki] Maurer ist ein deutscher Spitzenkoch, Caterer und Fleischprofi und eröffnete uns seine faszinierende Kochwelt. Er ist ein guter Freund und ehemaliger Mitarbeiter von Stefan Marquard, dem Oberhaupt der Küchen-Rock’n’Roll-Fraktion, die es gerne etwas wüster und ausgefallener hat - vorzugsweise mit Fleisch. Maurer besitzt eine Zucht von Wagyu-Rindern auf ökologischer Basis und gehört zu den führenden Experten für die ganzheitliche Verarbeitung von Tieren. Mit seinem Buch Fleisch: Rezepte und Praxiswissen zu besonderen Fleischstücken lässt er die interessierte Kochcommunity an seinem umfangreichen Wissen teilhaben. Mit Hilfe von Dampfgarern und mit sous-vide Techniken eröffnete er der Gästeschar in seiner Session NOSE TO TAIL 2.0 was so alles möglich ist auf den Tellern. Er zeigte uns wie sich selbst außergewöhnliche Stücke von Fisch, Fleisch und Geflügel zu wahren Köstlichkeiten zubereiten lassen inklusive jede Menge Profi-Tipps, wenngleich in meiner Küche diese Highendgeräte durch Abwesenheit glänzen. Sein Credo: Es gibt keine minderwertigen Teile vom Tier, es gibt nur unkreative Köche.

Das Menü

Es begann im 1. Gang mit Waller / Morchelsud /Erbsencreme, Erbsenspargel, Erbsensprossen und Sosa (getrocknete Erbsen) – wunderbar!
Es folgte der 2. Gang: Maurers Kuddel Muddel (Rinderkutteln) mit Ei und Parmesanchips. Kutteln, Flecke oder Kaldaunen sind die küchensprachlichen Bezeichnungen für den gewöhnlich in Streifen geschnittenen Pansen von Wiederkäuern – der Knaller!
Danach kam Flight (Gang) Nummer 3, genannt Ente: Complete, also Haut, Innereien und das Brüstchen von der Ente mit Maronen-Mispelcreme und Blaukrautsplash. Die Maronen-Mispelcreme hat mein Herz mal so richtig erwärmt – oberköstlich!
Im 4. Gang wurde Zwerchfell / Flat iron und Skirt oldnewschool serviert mit Süßkartoffelpüree und Schneckenbutter – fantastisch!
Und zum Dessert? Ja zum Nachtisch wurde die eigene Zunge nochmal so richtig auf die Probe gestellt mit Stutenmilch / Quitten / Piña Colada. Dahinter verbargen sich auch Rohmilchkäsewürfelchen und Schoko-Crumble – da stockt einem der Atem!
Danke an dieser Stelle an E. Kraus von Experiential Marketing & Social Media für diese wundervolle Einladung.
 

Die Kirsche

Die Kirsche ist eine ganz besondere Frucht. Sie gehört neben den Erdbeeren zu dem Obst, das im späten Frühjahr oder im frühen Sommer in Deutschland zu finden ist.
Kirschen (Prunus cerasus)

Kirschen rot, Spargel tot!
Bauernregel
Süß- wie Sauerkirschen schmecken nicht nur gut, sie sind auch von hohem gesundheitlichem Wert. Kirschen (Prunus cerasus) verfügen über einen hohen Gehalt an Vitamin A, B1, B2 und C sowie über die Mineralstoffe Kalium, Phosphor, Kalzium und Eisen. Mediziner bestätigen, dass Kirschen blutbildende Wirkung haben und bei Herzleiden, Asthma, Gicht, Nierenleiden und Kreislaufstörungen helfen können. Sauerkirschen lassen sich auch prima zu Likör verarbeiten.
Kirschlikör


Ach, und wer Interesse hat an dieser o.ä. wunderschöne Karte, der wende sich bitte via E-Mail vertrauensvoll an mich, die stickt meine Mutter.
Es ist ein Brauch von Alters her:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör.
Doch wer zufrieden und vergnügt,
Sieht zu, dass er auch welchen kriegt.

Wilhelm Busch
So manch einen beschleicht um diese schöne Sommerzeit aber auch eine kleine Traurigkeit: Ist nun schon wieder ein halbes Jahr vorbei oder ist erst Halbzeit im laufenden Kalenderjahr – frei nach dem Motto: Lass das Glas immer halb voll und nie halb leer sein. Etwas Musik?
Gegen diese sommerliche Traurigkeit hilft ein unter Umständen ein Gläschen Kirschlikör. Denn diesem vergangenen kulinarischen Event kann ich nur mit einem einfachen Hausmannskost Likörrezept begegnen, zumal die Sauerkirschernte in meinem Refugium in diesem Jahr zu meiner vollen Zufriedenheit ausgefallen ist.

Das Rezept


Kirschlikör von Doc.Eva
Zutaten

  • 1 kg Sauerkirschen
  • 500 ml Doppelkorn
  • 250 ml Portwein
  • 400 g Zucker
  • 1 Stck Vanilleschote
Zubereitung
  1. Kirschen waschen und entkernen. 
  2. Kerne und Vanilleschote in ein Glas geben. 200 ml Doppelkorn darüber gießen und mit einem Deckel luftdicht verschließen. Mindestens sechs Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
  3. Kirschen in 300 ml Doppelkorn und 400 g Zucker einlegen. Mindestens sechs Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
  4. Nach 6 Wochen Kerne und Vanilleschote abseihen und verwerfen. Kirschen abseihen und anderweitig verwerten. 
  5. Flüssigkeiten zusammenführen und mit Portwein aufgießen.
Lasst‘s euch schmecken!
Kirschlikör


Mit meinem Kirschlikörrezept nehme ich teil am Blogevent Schatzsuche im Vorratsschrank - Runde 9 von Susanne Hohmann auf ihrem Blog magentratzerl weil auf diese Weise eine angebrochene Flasche Doppelkorn ihre Bestimmung sie zu vernichten erst richtig Sinn macht – hicks.
 

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