Mittwoch, 11. Januar 2017

Es rappelt in der Kiste



Neujahr folgt auf Silvester und bezeichnet den ersten Tag des Jahres, also den 1. Januar, nicht ganz plötzlich und schon gar nicht unerwartet. Der Jahresbeginn ist weltweit mit verschiedenen regionalen Bräuchen und Traditionen verbunden. Das erste Familienessen bei mir startete also mit einer Linsensuppe aus meinem Kochtopf auf meinem Herd in meiner Küche – schließlich soll unser aller Geldbeutel nicht leer werden. Dazu später noch mehr.
Linsen, Suppe
Linsensuppe

Die Linse

Früher galten Linsen (Lens culinaris) eher als karges Arme-Leute-Essen, da sie lange lagerbar, sehr sättigend und preiswert sind. Doch diese Zeiten sind längst passé. Da die Linse außerordentlich nahrhaft und gesund ist, gewinnt sie vor allem bei gesundheitsbewussten Menschen immer mehr an Beliebtheit.
Linsen (Lens culinaris)
Linsen sollten vor dem Kochen gut verlesen und gewaschen sein. Sie werden immer ohne Zugabe von Salz gekocht, sonst werden sie nicht weich bzw. die Schale hart. Linsen stellen eine wertvolle Eiweißquelle dar. Sie enthalten auffallend große Mengen an K, Mg, Fe und Zn. Außerdem weisen Linsen, egal ob schwarz, braun, rot oder gelb, eine durchaus erwähnenswerte Menge an B-Vitaminen auf, die u. a. wichtig für das menschliche Nervensystem sind. Auch der Anteil an Molybdän ist in Linsen sehr hoch. Mo zählt zu den essentiellen (lebensnotwendigen) Spurenelementen. Es wirkt als Cofaktor für Enzyme, die für die Umwandlung von Nahrung in Energie sorgen. Aufgrund ihres hohen Folsäure-Anteils gelten Linsen als ideales Schwangerschafts-Lebensmittel.
Erbsen, Bohnen und Linsen,
bringen den Arsch zum Grinsen.

Die Anekdote

Eines Tages soll der griechische Philosoph Diogenes (um 500 v. Chr.) auf der Schwelle seines Hauses gesessen und einen Teller Linsen gegessen haben, als der kaiserliche Philosoph Aristippos vorbeikam und Diogenes bemerkte. Man muss wissen, dass es zur damaligen Zeit in ganz Athen kein billigeres Essen als Linsen gab und eine Linsenmahlzeit als Zeichen galt, arm zu sein.
Diogenes war bekannt dafür, sich hauptsächlich von Linsen zu ernähren. Aristippos jedoch hatte es aufgrund seiner Schmeicheleien dem König gegenüber zu einem wohlhabenden Leben gebracht. Er sagte zu Diogenes: Wie bedauerlich für dich, Diogenes, wenn du lernen würdest, etwas unterwürfiger zu sein und dem Kaiser ein wenig mehr zu schmeicheln, dann müsstest du nicht immer nur Linsen essen.
Diogenes hörte auf zu essen, hob sein Haupt und blickte dem wohlhabenden Gesprächspartner fest in die Augen. Er erwiderte: Bedauerlich für dich, Aristippos. Wenn du gelernt hättest, mit Linsen auszukommen, müsstest du nicht so unterwürfig sein und dem Kaiser ständig schmeicheln.
Wes Brot ich des, des Lied ich sing
Redensart
Linsen, Suppe
Linsensuppe
Das ist ein ganz kleiner ganz persönlicher Gedankenausflug meinerseits zur Welt der Bloggerszene und ihren Kooperationen und versteckten Werbungen. Sehr eindrucksvoll und beispielhaft auch nachzulesen in Johann Wolfgang Goethes Faust-Tragödie (Urfaust, Faust I, Faust II). Hier versucht Mephisto(pheles) eine Wette mit Gott abzuschließen um Faust vom rechten Wege abzubringen – aber jeder selbst ist ja seines Glückes Schmied.

Die Farbe Orange

Orangefarbene Blumen
Orange enthält Anteile von Rot- und Gelbtönen. Das Abend- oder Morgenrot leuchtet uns so manches Mal den Weg. Orange wird oft mit persönlicher Energie verbunden, wobei derjenige, der sich darin kleidet, die Fähigkeit gewinnen soll, diese innere Energie gezielt zum Ausdruck zu bringen. Orange soll dadurch auch Minderwertigkeitsgefühle unterdrücken und/oder beseitigen. Positive Assoziationen wären z. B.: Das Lustige, das Vergnügen, die Geselligkeit, der Genuss, die Energie, die Aktivität und die Wärme.

Die Dekoration

orangefarbene Blütendekoration
Orangefarbene Blumen strahlen somit Energie, Optimismus und Lebensfreude aus. Das Jahr ist noch jung und die Farben draußen sind eher fad. Orangefarbene Blüten wirken lebensbejahend und bringen Energie in die vier Wände. Blumen in Orange stehen für Wärme und ein wohliges Gefühl. Orange ist eine sehr kräftige Farbe und ist so ein Symbol für Kraft und Ausdauer. Gute Gefühle inspirieren, z.B. um aufzuräumen.

Das Ausmisten

Ausmisten - nicht den Stall - oder Entrümpeln, darunter verstehe ich vor allem ausbremsenden Ballast loszuwerden, kann etwas unglaublich Befreiendes sein. In dem man Dinge aussortiert, die man nicht mehr braucht, gewinnt man nicht nur neuen Platz (auch im Kopf), sondern auch mehr Übersicht und Klarheit – sei es jetzt im Büro, im Keller, in der Garage oder in der Wohnung.
One in – one out (engl. = eins rein eins raus)
Das hat in den letzten Jahren, zumindest bei mir, nicht so recht funktionuckelt oder gefunzt. Die schwerste Hürde ist die Überwindung. Klar gibt es schon das eine oder anderen Itom, von dem man sich schwer trennen kann. Vielleicht, weil man es von einem geliebten Freund bekommen hat oder aufgrund schöner Erinnerungen, die einen damit verbinden. Beim Ausmisten geht es vielmehr darum, dass man sich von überflüssigen Gegenständen trennt. Ich entdeckte z. B. hunderte von Food- und Lifstylejournalen incl. einem Ikeakatalog von 2009. Der Januar bietet sich mit seiner unwirklichen Wetterlage und den dunklen Nachmittagen und Abenden förmlich an. Einen Tipp für hilfreiche Lektüre, s. u.. Oha, es rappelt in der Kiste oder aus dem Lautsprecher:
Pixie Paris

Die Linsensuppe

Als sie allein war, ernährte sie sich von Brot und Linsen …
dann heiratete sie und ernährte sich von Linsen und Brot.
Arabisches Sprichwort
Nicht nur in Italien werden zu Neujahr Linsen verspeist, auch in weiten Teilen Deutschlands ist es Brauch, zum Jahresbeginn Linsensuppe aufzutellern. Die Linsen sollen den Geldbeutel des Essers mit möglichst viel Kleingeld füllen. Woher dieser Brauch stammt, ist mir leider nicht bekannt, man geht aber davon aus, dass es an der Form der Linsen liegt, die wie kleine Münzen aussehen. Ich habe meine Suppe püriert und passiert, dann gilt das vielleicht auch für Geldscheine – serviert auf einem Tablett, ha, ha, ha.
 iPad

Das Rezept

Linsensuppe von Doc.Eva
Zutaten
  • 150 g           Linsen, gelb
  • 1,5 l            Gemüsebrühe
  • 20 g            Ingwer, geschält und gerieben
  • 1 Tl             Currypulver
  • 100 ml         Orangensaft
  • 100 ml         Kokosmilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker
Zubereitung
  1. Linsen in Gemüsebrühe ca. 20 Min. kochen, pürieren. 
  2. Ein Drittel des Breis für Linsen-Hummus bei Seite stellen. 
  3. Ingwer, Curry, Orangensaft und Kokosmilch dazugeben. 
  4. 5 Min. weiterkochen, bei Bedarf mit Gemüsebrühe verdünnen, durch ein Sieb streichen. 
  5. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Anrichten
  1. Suppe in vorgewärmte Tassen, Teller oder Schüsseln füllen und ganz al gusto mit Brotcroutons oder/und ausgelassenen Speckwürfelchen servieren.
  2. In den Linsen-Hummus eine Mulde drücken und mit Piment d'Espelette und Rapsöl anreichern. 
  3. Der Linsenbrei kann unangemacht am Folgetag serviert oder sogar eingefrostet werden.
Lasst‘s euch schmecken!
Linsenhummus
Linsenhummus

Suppe, Linsen
Linsensuppe



Kommentare:

  1. Hi Eva,
    Linsensuppe mag ich total gerne. Mit Kokosmilch und Orangensaft habe ich sie noch nie gegessen. Das muss ich auch mal ausprobieren.
    LG Melli

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  2. Tolles Rezept! Das klingt echt lecker :) Werde ich mal ausprobieren. Wir essen nämlich total gerne Suppe!

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    1. Mit unterschiedlichen Toppings kommt noch mehr Abwechslung ins Spiel ;)

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