Donnerstag, 13. Juli 2017

Eine kulinarische Reise durch die Altmark, Teil II

Mit viel Konjunktiv soll dieses Blogpost starten, damit es dann doch in der Realität mit einem Rezept enden kann: Fragte man mich was ich mir wünschen würde (zum Geburtstag, zu einem Feiertag oder gar wenn ich Einladungen zum Essen ausspreche), so wäre es Zeit. Dazu ein Zitat aus meiner Studienzeit, was mich seitdem nie wieder losgelassen hat:
Der Tag hat 24 Stunden UND die ganze Nacht!
Prof. Dr. med. Geert Rücker, Chefarzt für Chirurgie am Martin Luther Krankenhaus
Gurkeneis
Gurkeneis am Stiel

Die Zeit

Konsultiert man unser aller Freund Wiki so würde man Folgendes erfahren: Die bürgerliche Zeit (UT, MEZ usw.) richtet sich annähernd nach dem Sonnenstand und ist durch staatliche Regelungen innerhalb einer gewissen Zeitzone einheitlich. Zeit ist etwas, was man käuflich nicht erwerben kann, für Zeit gibt es auch keine DIY (engl. = Do It Yourself) Anleitung. Die Zeit lässt sich nicht anhalten. Wir alle müssen zusehen mit unserer Zeit auszukommen, resp. das Beste oder zumindest etwas Gescheites aus ihr zu machen. Mein Lieblings-Autor Martin Suter hat dazu ein ganzes Buch verfasst: Die Zeit, die Zeit. Zum Verschwenden ist sie zu kostbar, also nutzen wir sie für etwas, für uns Wichtiges – wenngleich sie dafür oftmals nicht reicht. Und damit sind wir schon beim wöchentlich neu gesetzten Ohrwurm, bitte sehr:
Gitte Hænning, dänische Interpretin 1982
Zeit bräuchte man beispielsweise um an Orte zurückzukehren in die man sich verguckt hat, eine Landschaft, eine Region, eine Stadt oder gar ein Haus, z.B. das Hotel Schloss Tangermünde.
Blick auf die Elbe vom Schloss Hotel Tangermünde
Gerade für Kurzreisende wäre hier die Notwendigkeit ersichtlich. Zeit, die man sich einfach mal nehmen müsste ...

Die Altmark

Stendal
Der Roland von Stendal
Die Altmark liegt im nördlichen Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Im Norden grenzt sie an das Wendland, im Nordosten an die Prignitz, im Osten an das Havelland, im Süden an die Magdeburger Börde und im Westen an die Lüneburger Heide. Hier gibt es Landwirtschaft auf den Feldern, Wälder, Auen und Heide.
Motiv aus Stendal
Ein beschauliches Eckchen Deutschlands, durchzogen nicht von Autobahnen sondern von der Elbe, genussvolle Augenblicke inklusive. Hierzu der Dialog eines Spaziergängers mit einem Angler, dem er ihm minutenlang zuschaut:
Also nichts ist langweiliger als Angeln!
Doch, das Zuschauen!
Die Elbe bei Tangermünde
Hier schreibt man sich auf's Pamphlet u. A. die Kulinarik zu stärken und mit regionalen Produkten auf sich aufmerksam zu machen. Der vorherige Blogpost handelt davon, KLICK.
Das Altmärker Kulinarium ist ein Qualitätssiegel, das 23 Gastronomen und Direktvermarkter inzwischen nach erfolgreicher Prüfung vorgegebener Qualitätskriterien erhalten haben. Diese ausgezeichneten Betriebe bieten eine wunderbare regionale und schmackhafte Küche. Frische Produkte sowie Altmärkische Gerichte und Spezialitäten stehen auf ihren Speisekarten. Hinzu kommen saisonale Köstlichkeiten, wie Spargel-, Wild-oder Pilzgerichte. Ein guter Tropfen Wein aus Sachsen-Anhalt oder ein zünftiges Altmärker Bier runden den geruhsamen Aufenthalt in schönem Ambiente ab. Man nehme sich ausreichend Zeit um das alles zu genießen, denn Genuss heißt hier das Zauberwort. Danke an die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH vertreten durch die äußerst sympatische und hochmotivierte Frau F. Flenker-Manthey und alle anderen Beteiligten für diese ereignisreichen Tage auf der Blogger- und Journalistenreise durch die Altmark – das war Spitze.
Blick auf St. Stefan vom Schlosshotel

Das Eis am Stiel
Gurkeneis
Gurkeneis am Stiel

Das Eis am Stiel kann man ins Spanische übersetzen mit paleta oder helado con palito. In Berlin gibt es inzwischen eine Marke, die tatsächlich Paleta vertreibt. Deshalb bleibe ich aus urheberrechtlichen Gründen lieber bei Eis am Stiel, nicht dass sich irgendwer auf die Zehenspitzen getreten fühlt.
Gurkeneis
                             Gurkeneis am Stiel
Ein (salziges) Sorbet als Zwischengang zu reichen ist jetzt auch keine Erfindung von mir, wenngleich ich diesen (k)alten Trick zur Erfrischung der Zunge bei einem mehrgängigen Menü immer mal verwende. Aber warum löffeln wenn lutschen auch geht.
Gurkeneis
                            Gurkeneis am Stiel
Mit diesem außergewöhnlicher Zwischengang konnte ich kürzlich meine Gäste begEIStern. Da den wunderbaren regionalen Spezialitäten aus der Altmark von meiner bescheidenen Seite nichts entgegen zu setzen ist habe ich ein kleines Rezept zu Gurkeneis am Stiel notiert und in meiner Küche zubereitet.
Gurkeneis

Das Rezept

Gurkeneis am Stiel von Doc.Eva
Zutaten
  • 1 Stck Gurke, grün, zur Hälfte geschält
  • 1 Stck Ingwer, 2 cm
  • 3 St Dill
  • ½ Limette, Abrieb und Saft
  • Salz
  • Zucker oder Zuckerersatz
Zubereitung
  1. Einige Gurkenscheibchen bei Seite stellen. 
  2. Restliche Zutaten im Mixer feinst pürieren. 
  3. Die Masse durch ein Sieb streichen. 
  4. Nach Bedarf mit Gin parfümieren (Moscow-Mule-Style). 
  5. Eine vorbereitete Silikonform mit der Flüssigkeit befüllen. 
  6. Eine Gurkenscheibe mit einem Holzstiel penetrieren und oben aufsetzen.
  7. Über Nacht im TK aushärten lassen.
Anrichten
  1. Die aus der Form gelösten Lutscheeise rutschfest, eventuell auf einem Kresse-Bett, servieren.
Lasst's euch schmecken.
Gurkeneis


Kommentare:

  1. Liebe Eva,

    das Eis sieht sehr köstlich aus, aber ich lach' mich hier trotzdem gerade schlapp. Es ist so: Ein früherer Kollege von uns zeichnete sich dadurch aus, dass er genau zwei essbare Sachen ganz abscheulich fand. Das eine waren Gurken, das andere Eis am (Holz-)Stiel. Und wir haben damals immer gewitzelt, sein Albtraum-Essen müsse doch Gurkeneis am Stiel sein. Worauf er sich jedesmal äußerst lebhaft ekelte ... :D Und jetzt muss ich dringend seine aktuelle Mail-Adresse recherchieren, dann schicke ich ihm sofort den Link zu deinem Rezept ... *kicher*

    Danke für den Lacher am Abend & liebe Grüße!

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  2. Ach, Barbara, da musste ich aber auch herzhaft lachen. :)

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