Banat, eine Gastronomieregion in Rumänien

In meinem letzten Blogpost hatte ich euch zum Ende der Spargelsaison mein Spargel-Kartoffel Ragout in Zitronenbéchamel zubereitet. Heute bleibt meine neue Berliner Küche unter dem Dach schon wieder kalt. Ich nehme euch mit in die Region Timiș, genauer gesagt nach Timișoara - aber lest doch einfach selbst … Die Europäische Region Banat Das Land Rumänien ist ein Staat in Südosteuropa mit rund 19 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt ist Bukarest. Das Land grenzt an die Ukraine, Moldau, Ungarn, Serbien und Bulgarien und an das Schwarze Meer. Über Moldau, Serbien und Bulgarien findet man auf der Unterseite unterwegs diverse Reiseberichte von mir. Rumänien verbindet eine reiche Geschichte, beeindruckende Natur und eine lebendige Kultur. Besonders bekannt ist das Land für Siebenbürgen, die Karpaten und seine Mischung aus osteuropäischen und mediterranen Einflüssen … und die Legende von Dracula vom Schriftsteller Bram Stoker. Zum Einstimmen etwas Musik vom rumänischen Meister der Panflöte ...

Alle mögen Strangolapreti, nur nicht der Priester Jürgen, der kriegt das Würgen!















Was für eine Story! Den Strangolapreti eilt ein tödlicher Ruf voraus …Ein etwas bissiger antiklerikaler Humor steckt im Namen der auch Strozzapreti genannten Gnocchi (Nockerln).  



Allerdings nur wenn man einer Legende glaubt. Priester gelten in Italien z.T. als ungenügsam, bzw. naschhaft, wenn nicht sogar als gefräßig. So besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich einer der Geistlichen gierig mit den kleinen kompakten Nocken so vollgestopft hat, das es dabei zum zitierten Würgeffekt gekommen ist. Aber ist es nicht jedem von uns schon einmal passiert, dass er zu schnell gegessen hat?
Schon Johann Wolfgang von Goethe sagte:

„Die Welt ist nich aus Brei und Mus geschaffen,
deswegen haltet Euch nicht wie Schlaraffen!
Harte Bissen gibts zu kauen;
wir müssen würgen oder sie verdauen.“

Brauner Butter und Pecorinospäne flankieren die köstliche Speise. Der aromatische Schafskäse hat eine lange Tradition. Er schmeckt aromatisch und sehr würzig. Späne, mit dem Sparschäler hergestellt, eignen sich besser um die eigentliche Geschmacksnote der einzelnen Komponenten nicht zu verbreien. In der italienischen Küche wird Mangold oft dem Spinat vorgezogen wegen seines milderen Geschmacks. Man nennt ihn auch Beißkohl oder Römischer Kohl. Der Name Mangold stammt vermutlich von den altdeutschen Namen "Managolt" oder "Managwalt" was so viel wie Vielherrscher bedeutete. Vielleicht hatte er früher eine größere Bedeutung auf dem Speiseplan. Selbstverständlich können Strangolapreti auch mit anderem Blattgemüse wie Brennnesseln oder (Wild)Spinat zubereitet werden. 
 


Trentiner Mangold-Gnocchi

Zutaten
500 g           Mangold
500 g           Kartoffeln
2 El             Gries
2 El             Mehl
1 Stck          Eier
                   Salz
                   Muskatnuss
                   Wasser zum Kochen
50 g            Butter
50 g            Pecorino, blättrig gehobelt

Zubereitung
Kartoffeln in der Schale weichkochen, pellen. Noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken. Den Mangold waschen zerschneiden und 8 Minuten in wenig Salzwasser köcheln. Auf einen Durchschlag schütten und gut abtropfen und abkühlen lassen. Gut ausdrücken und durch den Wolf drehen.
Dann den Mangold, das Ei, Mehl und Gries hinzugeben und rasch mit den Händen zu einem glatten, gut formbaren Teig verkneten. Falls nötig noch etwas Gries hinzufügen. Mit Salz und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken, zu einer möhrendicken Schlange ausrollen und Nocken abstechen und ausformen.
Die Strangolapreti in simmerndem Wasser in wenigen Minuten gar ziehen lassen.
Die Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen und mit einem Schaumlöffel herausheben.

Anrichten
Die Strangolapreti in die Butter geben und kurz darin schwenken. Mit frisch gehobeltem Pecorino servieren.