Von kleinen Äpfeln, die keine sind

Heute habe ich euch mal eine spannende Liaison mitgebracht: Kalbfleisch, Thunfisch, Pfifferlinge und Pasta als sommerlichen Salat. Italienisches Essen kommt ja immer gut. Warum auch nicht? Einen Versuch ist mein Salat Gnocchetti sarda Vitello-Tonnato-Style in jedem Fall wert …

Der Nudelsalat Der Salat Es gibt Bandsalat, Buchstabensalat und Kabelsalat, die sind allerdings ungenießbar. Das Wort Salat stammt (von franz. salade, ital. insalata von lat. Sallita = eingesalzen). Salate sind also gemäß dem Wortsinn mit Salz haltbar gemachte Speisen. Das erste Buch, das ausschließlich von Salaten handelte, war John Evelyns Acetaria: A Discourse on Sallets (London 1699). Er schrieb darin, dass die Gemüsesalate aus Italien und den Niederlanden stammten. Schau an, mein richtiger Vorname (Evelyne) in der männlichen Variante. Ein Salat ist ein Gericht, das eigentlich aus rohen Salatpflanzen oder Gemüsen hergestellt wird. Salate gehören zur sogenannten Kalten Küche und werden entweder als Vorspeise…

Det bisscken, wat ich esse, kann ick och trinken



z.B. einen Salade liquide.
Es gibt Tage, da bleibt der Herd kalt. Ein Salat kommt da gerade recht. Hübsch klein geschnibbelt und, wie der Engländer sagen würde, tastefully displayed, bereichert er unseren Speisezettel – besonders an wärmeren Tagen.
„Um einen guten Salat anzurichten, braucht man vier Charaktere: einen Verschwender für das Öl, einen Geizhals für den Essig, einen Weisen für das Salz, einen Narren für den Pfeffer“ kommentierte Francois Coppee (1842-1908) ein französischer Dichter.

Was für eine großartige Erfindung ist da der Pürierstab. Bearbeitet man den nicht außergewöhnlichen Salat aber mit diesem Zauberstab, erhält man ein exorbitantes Süppchen. 
Streicht man diese anschließend durch ein Haarsieb, erhält man einen fast magischen Zaubertrank mit reichlich lebensnotwendigen Vitaminen und diversen Spurenelementen und Mineralien. Bitte definitiv nie den unumgänglichen Ölfaden (Raps- oder Olivenöl) vergessen. Er hebt den Geschmack. Die Vitamine A, D, E und K sind dazu auch nur in Fett löslich.
Der Deutsche an sich tut sich ja schwer mit kalten Suppen.
Nimmt man sie allerdings als Amuse Gueule zu sich, so erfüllt sie sogar noch einen gesundheitlichen Zweck: Sie öffnet den Magen, ähnlich einem Apéritif, der vor dem Essen konsumiert wird, um den Appetit und den Magen anzuregen und auf die bevorstehende Mahlzeit einzustimmen.
Der Magensaft enthält nämlich die Magensäure, das eiweißspaltende Enzym Pepsin und den intrinsischen Faktor, der für die Resorption von Vit B12 im Darm nötig ist. Sie dient also der Aufspaltung der Nahrung und hat eine bakterizide Wirkung.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er einen Drink.“
Woody Allen (*1935), eigtl. Allen Stewart Konigsberg, amerik. Regisseur, Schauspieler
Ich habe da so einen kleinen Hang zum Außergewöhnlichen, z. B. einen pürieren Salat. Mein Tipp für die haptische Wahrnehmung ist die Einlage in der Suppe: Croûtons, Gemüsewürfelchen oder so – das wär’s! Und hier kommt das Rezept:

Salade liquide
Zutaten
Salat
1/4 Stck       Eisbergsalat
½ Stck         Gurke, grün
4 Stck          Cocktailtomaten
1 Stck          Ei, hart gekocht
1 Stck          Avocado
2 El             Mais
1 Stck          Mozzarella

Sauce
3 El             Rapsöl
2 El             Zitronensaft
1 Ze             Knoblauch
1 Tl             Zwiebelwürfel
                   Salz
                   Pfeffer, schwarz
2 El             Speckwürfel, durchwachsen, geröstet

Zubereitung
Die Salatkomponenten in Scheibchen, Würfel oder, je nach Wunsch, klein schneiden.
Aus den Salatsaucenkomponenten im Mixer eine cremige Sauce herstellen.
Dies kann mit Speckwürfeln als Salat angerichtet werden.
Hier kommt alles zusammen in den Mixer. Feinst aufmixen und durch ein Sieb streichen. In Gläsern oder Tässchen servieren.
 
Enjoy your meal!


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