Samstag, 25. Mai 2013

„Lurchis Abenteuer“



Wer kennt sie nicht, die Geschichten um den Feuersalamander Lurchi, die alle mit den Worten endeten: „…und lange schallt’s im Walde noch – Salamander lebe hoch!“
Nein, hier geht es nicht um Lurchi und seine Freunde Hopps, Piping, Mäusepiep, Igel und Unkerich.
Es geht auch nicht um den Salamander, den Ofen mit starker Oberhitze, der in Profiküchen ein unentbehrliches Gerät ist zum Gratinieren, Überbacken, Glasieren, Karamellisieren, aber auch zum schlichten kurzfristigen Warmhalten von Speisen.

Vom Essen der Amphibie rät die Literatur auch dringend ab, die Haut des Salamanders scheidet ein Gift aus, welches man passenderweise Salamandrin nennt. Wer es einmal versucht hat, der wird es sicher nie wieder machen. Den isst man nämlich dreimal. Das erste Mal, das Letzte Mal und nie wieder.

Möhrenbolo von Doc.Eva
Hier soll es also um den Lurch Spirali gehen. Es ist ein kleines Gerät, mit dem man aus festem Gemüse oder Obst dünne Spaghetti, feine Spiralen oder Scheiben schneiden kann. Als ich diesen letztes Jahr von einem meiner heißgeliebten Trödelausflüge mitbrachte war ich glücklich über das Schnäppchen für € 2.00. Ich verzweifelte allerdings an der Frage der Unterbringung des neuen Mitbewohners. Somit verstaute ich den Spiralschneider „ hinten/unten“ - zum Vergessen verurteilt.

Vergangene Feiertage, Geburtstage oder sonstige Fressorgien verlangen hi und da etwas Einhalt im Konsumverhalten. Was macht man also bei Gier nach Spaghetti Bolo, wenn Teigwaren abends im Low-Carb System nicht erlaubt sind?  Von Bolo „mit/ohne“ wird man nämlich nicht satt!
Kurz zum Low-Carb Prinzip: Kohlenhydrate minimieren lautet die Devise. Mit der kohlenhydratarmen Ernährung versucht man die Insulin Ausschüttung gering zu halten. Einfachzucker (wie Glucose und Galactose) kann der Körper sehr zügig aufspalten und die nicht benötigte Energie wandert direkt auf die Hüfte. Schwerer verdauliche Nahrungsmittel verbrauchen mehr Energie und Zeit und kosten den Körper per se schon Kraft. Damit gehen sie nicht direkt ins Blut und sind somit auch nicht sofort ausschlaggebend auf der Waage.

„Heut machen wir mal keine Nudeln, heut' machen wir uns mal Gedanken“ (frei nach Wolfgang Neuss)

Lurch Spirali

Und hier kommt sein Auftritt – Trommelwirbel - may I introduce: Lurch Spirali.
Er zaubert die absolut kohlehydratärmsten Nudeln auf der Welt. Kurz blanchiert, mit etwas Salz und Zucker in Bütterchen geschwenkt – fertig.

Nun zur Sauce Bolonaise, ich nenne sie hier kurz Bolo. Die Küche der Emilia Romagna gilt als sehr schmackhaft. Dort wird traditionell eher mit Butter gekocht, weniger mit Olivenöl. Das Ragù alla Bolognese besteht aus Fleisch, viel Fleisch. Es ist nämlich keine Tomatensoße! Sie passt zu diversen Nudel- oder Polenta-Gerichten. Ich bereite jeweils eine größere Menge zu, die ich portionsweise einfriere – für mögliche nächtliche Eventualitäten.

Übrigens, jetzt isses raus. In keinem meiner Rezepte wird jemals Olivenöl auftauchen,    weil … ich habe eine Olivenölunverträglichkeit, oder Nahrungsmittelintoleranz (NMI) auf Olivenöl. Olivenölunverträglichkeit ist gar nicht sooo selten! Sie kommt bei Mangel am körpereigenem Enzym Diaminoxidase (DAO) vor. Man kann das mit Kapseln (Daosin) substituieren. Ich halte mich aber daran: Der wahre Genuss liegt im Verzicht! (Ist übrigens auch 'ne Diätidee)

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann“ (Antoine de Saint-Exupéry).

Möhrenbolo
Hier das Rezept:
Möhrenbolo von Doc.Eva

Zutaten
Möhrennudeln
1 Kg            Möhren
3 L              Wasser
                   Salz
1 El             Butter

Sauce Bolognese
500 g           Rinderhack
4 El             Öl
2 Do            Tomaten (Pelati)
2 Stck          Zwiebeln, groß, gewürfelt
2 Stck          Möhren, gewürfelt
3 Ze             Knoblauch, gewürfelt
50 g            Tomatenmark
125 ml         Rotwein
3 Tl             Oregano
1 Stck          Lorbeerblatt
400 ml         Fleischbouillon
Pfeffer, schwarz
Salz
Parmesan, gerieben

Zubereitung
Möhrennudeln
Einen großen Topf mit 3 Litern Salzwasser zum Kochen bringen. Möhren schälen und mit Hilfe des Lurch Spirali zu Möhrenspagetti verarbeiten. 4 Min. abkochen und warmhalten.

Sauce Bolognese
Fein gewürfeltes Gemüse in einer größeren Kasserolle in Öl bei milder Hitze kurz andünsten, Zwiebeln dazugeben und hellgelb anrösten. Tomatenkonzentrat kurz mitrösten und Topf beiseite stellen.
In einer Bratpfanne das Fleisch in 3 Portionen  in wenig Öl anbraten, bis der Saft verdampft ist und das Fleisch wenig Farbe annimmt. Jeweils zum Gemüse geben.
Den letzten Bratansatz mit dem Wein und der Fleischbouillon ablöschen, den Bodensatz auflösen und zum Gemüse geben. Pelati, Lorbeerblatt und Oregano zugeben, salzen und pfeffern. Mindestens 2 Std  unbedeckt leise schmoren lassen, falls die Konsistenz zu dick wird, mit etwas Wasser verdünnen.

Anrichten
Möhrennudeln in einer Pfanne in Butter schwenken. Mit Hilfe einer Fleischgabel hübsch auf einem Teller anrichten. Sauce Bolognese darüber schöpfen. Mit geriebenem Parmesan bestreuen.

Laßt's euch schmecken

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