Donnerstag, 6. Juni 2013

Ne Kaffeefahrt mal anders (I)



… und nein, nicht im Bus mit dem Krampfadergeschwader in die Wallachei und überteuerte Heizdecken gab es auch keine. Es begann mit dem Aufruf von Philips: Zeig uns deinen schönsten Kaffeemoment. Ne Tasse Kaffee fotografieren, das war mir zu profan. Also präsentierte ich mein Espresso-Tonkabohnen-Eis.

Espresso-Tonkabohnen-Eis mit Schoko-Cookies






Es hätt‘ schlimmer kommen können als diese unvergesslichen Tage in Bologna zu gewinnen.

Die Regenwalze über Deutschland hinter sich lassend tat sich Bologna auf, "la grassa", die Fette wegen der guten Speisen oder "la dotta" - die Gelehrte wegen der Universität oder „la rossa" die rote Stadt wegen der roten Bauten. Schneller Einkauf im Schäftgeschuh, äh Schuhgeschäft, ist ein sine qua non für die feminine Fraktion. Die Begrüßung durch die örtliche Obrigkeit auf der Piazza Maggiore startete - na womit wohl? Mit einem Spriz. Wir wurden aufgeklärt, dass niemand in der Region Emilia-Romagna niemals Spaghetti bolognese essen würde – never ever. Der Ortsansässige isst Tagliatelle al ragù! Mit Fleisch gefüllte Tortellini gibt’s nur sonntags, und zwar in Brühe, mit Käse gefüllten Tortelloni gibt’s auch unter der Woche. Und den famous Cappuccino oder die Latte macchiato trinkt man definitiv nur am Vormittag! 

 


Unsere kleine, illustre Reisegesellschaft, bestehend aus Journalisten und unserem äußerst kompetenten Sebastian L. von Philips enterte am ersten Abend zunächst mal das Ristorante Diana, berühmt für seine Cucina bolognese. Es hipet um die Mortadella di Bologna. Sie wird serviert als Mousse. Da fehlte mir eine auflockernde Komponente, z. B. Kapern(äpfel) oder Zitrus.
Mousse alla Mortadella di Bologna


Tagliatelle al ragù
Primi piatti, der erste Hauptgang besteht zumeist aus einem Pasta-Gericht, hier Tagliatelle al ragù – nein kein durchgedrehtes Billigfleisch, sondern feines geschmortes Rind mit erkennbarer Fleischstruktur.







L'arrosto di vitello al forno
Secondi piatti, der zweite Hauptgang ist z.B. ein Fleisch-Gericht, hier L'arrosto di vitello al forno. Nicht übersichtlich angeordnet, sondern üppig, zart und im eigenen Schmorsud, dazu Rosmarinkartöffelchen.





Gelato alla crema
Zum Dessert gab’s hausgemachtes Gelato alla crema, mit Unmengen an Eiern, es schmeckte wie frozen Zabaglione ohne Alkohol – ein Träumchen.







Wenn man (Frau), die Entscheidung ob sie ihr weiteres Leben ab 40 lieber als Ziege oder als Kuh fortsetzen will ist längst gefallen, am nächsten Morgen aufwacht und es tut ihr nichts weh könnte sie entweder tot sein oder von Euphorie getragen. 
Der Blick aus dem Fenster schweift über die quirlige Via dell'Indipendenza. Es ist laut. Unmengen von Vespas schwirren wie tieffliegende Insekten durch die Straßenschlucht. Es stehen Ausflüge zu der kleinen aber feinen Kaffeerösterei Lelli, die direkt und persönlich ihre Kaffeebohnen in Plantage auswählt und nach bester Tradition der italienischen Handwerkskunst röstet und nach Gaggio Montano zur Firma Saeco – Philips, Hersteller einer neuen Generation benutzerfreundlichen Espressovollautomaten – dazu mehr im nächsten Blogbeitrag:  Ne Kaffeefahrt mal anders (II).

Nach diesem langen Tag und diversen Tässchen von köstlichem Cappuccino, Latte macchiato und Espresso ging’s zum Abendessen ins Restaurant I Portici. Auch im Stern dekorierten Theaterambiente kommt man an Spuma di mortadella nicht vorbei. Ich lerne Stracchino, einen kurz gereiften Kuh-Weichkäse lombardischen Ursprungs, mit weißer, cremiger Konsistenz kennen uns schlemme mich durch diverse Gänge. Anschließend gab es, wie immer Espresso und edlen Grappa.
Mousse alla Mortadella di Bologna

Carpaccio di Manzo
Artischockentortelli  /  Stacchino / Bottarga di muggine (getrockneter Meeräschenrogen)


Kalbsbauch / Spinat / Rosinen


Büffeljoghurt / Salzkaramell / Erdbeeren / Sbrisolona di frolla (Streußel)

Übrigens, auch in Bologna goss es bei knapp kalkulierten 16°C wie aus Eimern. Aber wer liebt es nicht, das Land, wo ein jeder vom berühmten la dolce vita träumt, das Land in dem die klassische Kultur der Römer und der Renaissance ihren Ursprung hat. Das Großstadtgetümmel und Leichtigkeit der Lebensart. Schon Goethe litt unter der Italiensehnsucht, er bereiste Bologna im Oktober 1786. Gut, er war auf  Bildungsreise, wir in Kulinarischer Mission. Die köstlichen Speisen der Emilia Romagna - Bologna begeistert mich.
Post post oder to be continued.

Hier erst mal mein Rezept: 

Espresso-Tonkabohnen-Eis mit Schoko-Cookies von Doc.Eva
Zutaten Eis
5 Stck          Eigelb
150 g          Zucker
1 Ta             Espresso, 70 ml
250 ml         Sahne
½ Stck         Vanilleschote
1 Pr             Tonkabohne
1 Pr             Salz
1 El             Haselnüsse, geröstet und gehackt
1 El             Schoko-Cookies, zerbröselt

Zutaten Cookies
375 g           Schokolade, 60–70% Kakaoanteil, gehackt
120 g           Butter, weich
140 g           Zucker, braun
1 Stck          Ei, Größe L
¼ TL           Vanille, gemahlen
160 g           Mehl
30 g            Kakao
1 Pr             Salz
1 Tl             Natron

Zubereitung Eis
Eigelbe mit Zucker warm zur Rose aufschlagen. Derweil Sahne mit der aufgeschlitzten Vanilleschote, Abrieb von der Tonkabohne und Salz erhitzen.
Die Sahne in die Eiermasse einrühren, durch ein Sieb passieren und erkalten lassen.
Kalte Masse in der Eismaschine fertigstellen. 5 Min vor Schluss zerbröselte Schoko-Cookies und geröstete Haselnüsse hinzufügen.

Zubereitung Cookies
Inzwischen die Hälfte der Schokolade schmelzen. Butter und Zucker schaumig schlagen. Ei und Vanille gut unterrühren.
Mehl, Kakao, Salz und Natron über die Masse sieben und unter den Teig ziehen, anschließend die geschmolzene Schokolade unterrühren. Zum Schluss die restliche Schokoladenstückchen unterheben. Backofen auf 175 °C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.
Mit einem Esslöffel Teig abstechen und auf das Backpapier setzen. Zwischen den Plätzchen genügend Abstand lassen: der Teig verläuft. Auf mittlerer Schiene
10–12 Min. backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Anrichten
Eis zu Kugeln formen und mit Schoko-Cookies auf gefrosteter Unterlage (Steinplatte, Edelstahl- oder Glasgeschirr) servieren.



Kommentare:

  1. Es war eine schöne Reise mit tollen Gästen und gutem Essen , danke Eva für den spannenden Bericht. Dass wir auch ordentlich gearbeitet und gelernt haben, kommt sicher in Teil II - ich bin sehr gespannt!! Viele Grüsse, Sebastian.

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  2. aber ja doch, gut Ding will Weile haben ^^

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  3. das ist ja ein lukullisch grandioser trip gewesen :) ich bin gespannt auf teil 2 und als bekennender italien fan beneide ich dich schon ein bisschen ;)

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