Die aus der Kälte kamen …

In meinem letzten Blogpost hatte ich euch einfache (geswirlte) Zimtschnecken vorgestellt. Mit dem Reisen in ferne Länder war’s das ja leider in diesem Jahr erstmal, zumindest für mich. Nun bleiben wir also vorerst im Lande und machen uns es so schmackhaft wie möglich. Heute gibt es ein Rezept für Huhn Satay Style - aber lest doch einfach selbst …
Huhn Satay Style Das Intro Du bist über 50, wachst morgens auf und dir tut alles weh … ok du lebst noch. Du stehst morgens auf, wanderst in die Küche, stehst an die Arbeitsfläche gelehnt mit deiner Tasse Early-Morning-Tea in der Hand, selbsterklärend barfuß, und spürst eine große Kälte an deinen Füßen … das bedeutet nichts Gutes! Ok, die Tür vom Tiefkühler ist nicht richtig zu – und das die ganze Nacht lang, weil ja kurz vor dem Zubettgang unbedingt noch ein DIY Icepop geleckert werden musste. Was das bedeutet weiß jeder: Angetaute Schätze, total vereiste Innenflächen – viel Arbeit! Da waren zum Beispiel Hühnerinnenfilets für kann-ja-mal-sei…

Fischers Fritz fischt frische Fische



Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz.

Das ist ein beliebter Berliner Zungenbrecher. Die bestimmte Wortfolge macht es selbst dem selbst Muttersprachler schwer, sie schnell und wiederholt fehlerfrei auszusprechen. Zum einen kann man sich an den Versprechern anderer heftig belustigen, das gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene – zum anderen stellen Zungenbrecher prima Artikulationsübung für öffentliche Sprecher jeglicher Art, z.B. Radiomoderatoren bei InRadio. Der Nächste beschreibt die frühzeitige Erwähnung der Lieblings – Samstags – Beschäftigung der Deutschen, Autowaschen: 

Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten.

Oder einer, der die Schlacht von Leuthen im Dezember 1757 während des Siebenjährigen Krieges bei Leuthen in Schlesien zum Thema nimmt.

Der Leutnant von Leuthen befahl seinen Leuten nicht eher zu läuten, bis der Leutnant von Leuthen seinen Leuten das Läuten befahl.

Und schließlich noch dieser hier, einigen Lesern sicher noch gut in Erinnerung von einer letztjährlich herbstlichen Kochreise (schmunzel):

Wenn hinter Fliegen Fliegen fliegen, fliegen Fliegen Fliegen hinterher.

Was hat das mit Kochen zu tun? Es geht um Fisch, genau genommen den Süßwasserfisch Zander, nicht zuletzt auch multikulinarisch gesehen. Er ist in Europa der größte Süßwasserfisch unter den Barschen und auch, regional korrekt, in Berlins Gewässern beheimatet. Unsere Havel gilt ja nicht direkt als Fluss sondern eher als Fließgewässer mit diversen Aussackungen und kleinen Seen. Im Sommer sehr beliebt ist das Strandbad Wannsee

Ortsansässige Berliner Fischer sorgen dafür, dass der Zander fangfrisch auf unsere Teller gelangt. Als Raubfisch imponiert er durch eher festes mageres Fleisch und seinen typischen Geschmack. Fisch liefert viele mehrfach ungesättigten Fettsäuren, z.B. Omega-3-Fettsäuren (α-Linolensäure), die den Körper vor diversen Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße schützen.
Dazu bereite ich Kohlrabi zu. Er soll vor Krebserkrankungen schützen und stärkt das Immunsystem. In seinen Blättern sitzen dreimal so viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe. Sein hoher Kalziumgehalt kräftigt Knochen und Zähne. Kohlrabi hilft bei splitternden Fingernägeln und bei Zahnfleischentzündungen.
Wanderprediger wurden im 19. Jahrhundert übrigens auch als Kohlrabiapostel oder Inflationsheilige bezeichnet, eine frühe Form von Yellowpressjournallie?

Dass ich zu dem Gericht auch noch Graupen verwende verwundert nicht, wenn man weiß, wie sehr ich sie mag, siehe auch im älteren Blogbeitrag. Sie enthält viel Silizium resp. Kiesel. Als Kieselsäuren werden die Sauerstoffsäuren des Siliziums bezeichnet. Sie unterstützt im Körper alles, was Elastizität braucht.

Es gibt Krankheiten, die nur durch richtige Ernährung geheilt werden können.
Hippokrates

Die kalorienarme Tomate rundet nicht nur farblich bzw. optisch das Gericht ab. Ihr Lykopin (Pflanzenfarbstoff, der der Tomate ihre rote Farbe verleiht) ist ein besonders kraftvolles Antioxidans. Antioxidantien können freie Radikale neutralisieren. Was übrigens in gar keinem Fall durch irgendetwas anderes ersetzt werden sollte ist Butter. Sie ist gesund, schmeckt, unterstützt die Akrobaten Aromaten und emulgiert.


Hier kommt nun mein Rezept:

Havelzander auf Gerstenrisotto im Kohlrabisud von Doc.Eva

Zutaten
4 Stck          Zanderfilets, mit Haut
2 Stck          Kohlrabi, mit Blättern
120 g           Gerstengraupen
750 ml         Gemüsebrühe
1 Stck          Tomate
¼ Ze            Knoblauch
3 El              Butter
 Muskat
 Salz
 Pfeffer

Zubereitung
Kohlrabi
Aus den Kohlrabiblättern mit Gemüsebrühe in 20 Min. einen Sud kochen. Mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen. Knollen schälen, in 1 cm große Würfel schneiden 5 Min. in Salzwasser abkochen und in Butter wenden.

Gerstenrisotto
Tomate enthäuten und entkernen. Tomatenfleisch würfeln für Tomaten-Concassée und bei Seite stellen. Kerne und Saft pürieren, Knoblauch reiben. Gerstengraupen im Tomatenpüree mit Knoblauch, Salz und Pfeffer 15 Min. weich kochen. Mit Butter sämig rühren.

Zander
Zander auf der Hautseite in Butter kross braten, umdrehen und nur noch glasig nachziehen lassen.

Anrichten
Gerstenrisotto in einem tiefen Teller im Ring anrichten. Kohlrabiwürfel darauf bauen.
Ring vorsichtig abziehen. Zander aufsetzen und mit grobem Meersalz würzen. Mit Tomaten-Concassée ausdekorieren. Heißen Kohlrabisud angießen.

Lasst’s euch schmecken.



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