Die weltweite Digitalisierung von
gespeicherten Informationsdaten vollzog sich in weniger als 10 Jahren im 20. Jahrhundert
um die Millenniumswende!
Vorher wurden Kinofilme auf
Zelluloid gebannt, einem biegsamen, farblosen, klardurchsichtigen Film. Einer
meiner Lieblingsfilmhelden war James Bond alias Geheimagent 007. In seinem 13.
Abenteuer aus dem Jahre 1983, Octopussy,
wird sein Kontrahent bei dessen Forschungsarbeit von einem Kraken, den er Octopussy
nannte, angegriffen wird und ertrinkt.
Die Katze hat vier Beine
an jeder Ecke Eine
und wenn sie die nicht hätt
sie umfall‘n tät!
Unbekannter Autor
Dem Oktopus kann das nicht
passieren. Er wird gerne auch Krake genannt, vielleicht aus dem Dänisch-Norwegischen
stammend für „entwurzelter Baum“, da seine acht Arme wie Wurzeln in alle
Richtungen ragen. Er gilt als das intelligenteste Weichtier, wobei seine
Intelligenz mit der der Ratten verglichen wird. Wir erinnern uns an Paul aus dem Sea Life Centre in
Oberhausen. Er wurde als Orakeltier
für die Vorhersage von Spielergebnissen bei internationalen Fußballturnieren
bekannt. In der Tat ist seine Kraft und Wendigkeit nicht zu unterschätzen. Ich
erinnere mich an einen Tauchgang im südlichen Nordpazifischen Ozean vor Acapulco, Mexiko. Der einheimische
Tauchguide J. entdeckte einen vorwitzigen, aber sehr strammen Gesellen unter
einem Felsvorsprung und wollte sich ihn sogleich für seinen heimischen Kochtopf
sichern. Da er nur mit seinem Jacket und einer Badehose bekleidet war, bot er ausreichend
Angriffsfläche für die kräftigen Saugnäpfe des Objektes seiner kulinarischen
Begierde. Ok, J. siegte, aber einfach war es bei Weitem nicht. Seine Haut war
anschließend übersäht mit, bis zu blutunterlaufenen, Saugmalen.
Um nun einen Kraken zu verspeisen
entfernt man je nach Größe die ungenießbaren Teile wie der Kopf, Kauwerkzeuge, den
Sepiasack, größere Saugnäpfe und die Innereien. Angefixt durch den Oktopussalat von S. anlässlich unseres
letzten KD Kochevents machte ich
mich an die Entwicklung einer eigenen Kreation für die Festtagstafel. Aber wie
kriegt man dieses Weichtier zart auf den Teller? Auf zähen Kaugummi hatte ich
keine Lust, denn bei falschem Kochen wird er zäh und nahezu ungenießbar. Hitzeschwankungen
an der Oberfläche von kochendem Wasser oder in den Grenzbereichen der aufsteigenden
Blasen lassen die Eiweißstränge völlig verknäulen, heißt es auch mancherorts. Jean Claude Bourgueil macht dazu in
seinem Buch Die Philosophie der großen
Küche aus 2006 folgenden Vorschlag: Er empfiehlt einen Stein zum Tintenfisch zu geben. Wenn der Stein weich sei, sei auch der Tintenfisch gut - welch großartiger
Humor. Andere Köche schlagen Korken als Beigabe zum Kochwasser vor. Angeblich
legen sich wachsartige Substanzen aus dem Kork zwischen die einzelnen
Eiweißmoleküle und behindern damit deren feste Verfilzungen – hierzu gibt es keine eindeutigen
chemisch-physikalischen Belege. Im Übrigen glaube ich, dass das Entkorken einer
Weinflasche um an einen Korken zu gelangen eher eine Alibifunktion für das
Trinken von Wein beim Kochen zu sein.
Es sind Wenige in großen Meeren ertrunken
Aber viele in kleinen Gläschen
Unbekannter Autor
Nicht zuletzt gehört zu den netten
selbsternannten 10 Geboten des Alfred Biolek:
Küchenwein muss sein.
Während der Vor- und Zubereitung kann man sich mit seinen Gästen so
wunderbar auf das Essen einstimmen.
Übrigens die Glasnudeln werden nur
aus der Stärke der Mungbohne, auch Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne
genannt, und Wasser hergestellt. Sie bestehen
aus ca. 88 % Kohlenhydraten und 2,5 % Ballaststoffen und enthalten kein Salz,
kein Fett und kein Eiweiß. Nackig schmecken
sie demzufolge nach gar nichts. Sie können prima gefärbt werden, hier mit Kurkuma.
Mit Rote Beete Saft werden sie zu Barbienudeln. Sie werten Gerichte einfach nur
durch ihre Haptik auf. Stehen lassen für einen Längeren Zeitraum sollte man sie
in der Sauce allerdings nicht, sie lösen sich nach und nach auf =>
Schleimsalat – nein danke das möchte ich nicht.
Hier kommt mein Rezept:
Glasnudelsalat mit
Krake von Doc.Eva
Zutaten
1 Stck Krake,
Oktopus o. Ä.
50 g Glasnudeln
1 Stck Paprikaschote,
gelb
½ Stck Papaya
½ Stck Gurke,
gün
2 Ze Knoblauch
1 Stck Ingwer,
1 cm, daumendick
½ Stck Chilischote,
entkernt
1 Stck Limette,
Saft und Abrieb
3 El Rapsöl
2 Tl Fischsauce
1 Bd Koriander
1 Bl Lorbeerblatt
1 Stck Zwiebel
¼ Tl Kurkuma
Salz
Palmzucker
Zubereitung
Den Krake in einen Kochtopf in siedendem Wasser mit Lorbeerblatt und
Zwiebel. kochen bis er gar ist (ca. 1 ½ Stunden). In mundgerechte Stücke
schneiden.
Die Glasnudeln und Kurkuma mit
kochendem Wasser übergießen und nach 5 Min. abseihen. Paprika, Papaya und Gurke
schälen, einige Scheiben bei Seite stellen und den Rest fein würfeln. Ingwer
und Knoblauch feinst würfeln. Aus Öl, Fischsauce, Limettensaft und Abrieb,
Palmzucker und Salz eine kräftige Marinade rühren. Korianderblättchen klein
zupfen. Alles mischen.
Anrichten
Aus den, bei Seite gestellten,
Gemüse Scheibchen unterschiedlich große Konfetti ausstechen. Salat im
Dressierring anrichten und beidseits Gemüsekonfetti und Korianderblättchen
auslegen.
Lasst’s euch schmecken