Donnerstag, 1. Mai 2014

Wo wohnt die Hexe?


Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen.
Le Corbusier, Vers une architecture, 1922
Falkenseer Hexenhaus
Häuser gibt es ja bekanntlich viele verschiedene Arten: Es gibt das Bauernhaus, das Fachwerkhaus, das Fertighaus, das Gartenhaus, das Holzhaus, das Landhaus, das Puppenhaus, Reihenhaus, das Steinhaus, ein Traumhaus oder auch ein Mietshaus.

Wo wohnt die Katze?
Im Miezhaus!

Folgerichtig wohnt dann die Hexe im Hexenhaus!
Falkenseer Hexenhaus
Was liegt also näher anlässlich des 30. April, also in der Walpurgisnacht, einen Abend in einem Solchen zu verbringen. Von Tür zu Tür braucht man auf dem Rückweg für die ca. 26,0 km ungefähr 35 Minuten um von Falkensee im Osten des Landkreises Havelland nach Hause zu fahren. Hin zu kalkuliert man, ich erwähnte es bereits anderen Ortes, besser eine Stunde mehr. Man passiert den ehemaligen Grenzübergang zur DDR auf der B5 – unser ehemaliger Korridor Richtung Hamburg für den Transit (1951 bis 1998).  Den Zubringer via Stolpe über die A 111 zum Berliner Ring gibt es ja erst seit Dezember 1987.

Sach mal'n Satz mit 'Gänsefleisch'!
Gännse vleisch ma'n Kofferraum uffmachn?

Falkensee liegt also am nordwestlichen Rand Berlins im sogenannten Speckgürtel und dort steht auch das Hexenhaus, in dem das Restaurant Edmond's liegt. Während der Irrungen und Wirrungen der letzten 110 Jahre ist viel mit und um das Haus passiert. Spätestens seit das Falkenseer Hexenhaus in "Männerpension", einem Film von Detlev Buck aus dem Jahre 1996, mit Til Schweiger zu sehen war, kennt man es auch deutschlandweit. Hier diente es als Filmkulisse. Die Altenpflegerin Emilia, Marie Bäumer, als eine der beiden weiblichen Protagonistinnen logiert hier im Film. Die andere weibliche Hauptrolle spielte Heike Makatsch. Sie debütierte in diesem Film als Schauspielerin und Sängerin mit dem Country-Klassiker Stand by Your Man von T. Wynette und B, Sherrill aus dem Jahre 1968.
Ein köstliches fünf Gänge Menü galt es zu verspeisen. Hier gibt es kein Schickimicki Gedöns mit Blättchen hier und Pünktchen da. Hier gibt es was zum Essen -  handgemacht, wunderbar abgeschmeckt und satt wird man auch.
Berlin war durch den Großstadteffekt das wärmste und zweittrockenste Bundesland 2014. Mit der untergehenden Sonne des warmen Frühlingstages genossen wir zunächst einen feinen trockenen Sherry.
Die Speise- und Getränkekarte zieren Bilder von Anna Filimonova.


Dann folgte das Menü:
Geräucherte Entenbrust an Blattsalaten

Gebratene Garnelen in Kräuter-Knoblauchbutter

Brotkorb, hausgebacken
Edmond’s Raviellis  mit Geflügelbrust - Cognac – Füllung auf Morchelrahmsauce

Saftiger Pfefferbraten vom Black Angus Rind mit Gemüse und Sahnekartoffelpüree

Dessert Trio im Gläschen
Das hat mal wieder richtig Spaß gemacht. Wir saßen in der Fensterloge im holzverkleideten Hauptraum mit Seidentapeten und Bleiglasfenstern. Alles ist verwinkelt, die Stiegen eng. Das ganze Haus ist liebevoll dekoriert und der Service ist wunderbar freundlich und unprätentiös. Der Garten ist sehr weitläufig, mit dem beleuchteten Hexenhaus im Hintergrund könnte man im Sommer auch draußen speisen. Gute Nacht und ein ganz herzliches Dankeschön für die liebevolle Betreuung durch das Team.

Auf dem Heimweg kamen wir noch an der großen Festwiese in Dallgow vorbei. Der April wurde hier mit einem riesigen traditionellen Feuer anlässlich der Walpurgisnacht verabschiedet, ein Augenschmaus für einen Städter – schön war’s!

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