Samstag, 4. Oktober 2014

Man, is det ne Suppe!



Wenn man durchgefroren aus der Kühle des nahenden Herbstes nach Hause kommt oder auch nach einem langen Arbeitstag, vermitteln Suppen ein wohliges Gefühl von entspannender Wärme und wohliger Behaglichkeit. In der Regel löffelt man die heiße Köstlichkeiten vorsichtig und langsam. Wegen des geringen Esstempos kann man die erwünschten Sättigungssignale besser wahrnehmen.
Käsenocken, Emmentaler Käse Suppe

Hausgemachte Suppen sind eine Wohltat für Körper und Seele!
Der Berliner sagt beim Blick aus dem Fenster in den Morgennebel übrigens:
Man, is det ne Suppe!

Frieren gehört, ebenso übrigens wie die Angst, zu den notwendigen Überlebensfunktionen des Menschen. Wenn der Mensch friert, ziehen sich seine Blutgefäße zusammen, um Wärmeverlust zu vermeiden. Die Muskeln beginnen zu zittern, um Wärme zu produzieren und es bilden sich Erpelpickel, äh Gänsehaut. Sie ist ein rudimentäres oder evolutionäres Relikt und diente dem Aufrichten des Fells zur Abwehr der Kälte. Da der Mensch heute üblicherweise kein Fell mehr hat, naja, manche schon, muss er sich auf andere Weise gegen kalte Temperaturen schützen, er zieht sich warm an. Ich rate hier zum sogenannten Zwiebelschalen-Prinzip. Es bedeutet, dass man eine Reihe von Kleidungsstücken, wie die Schalen der Zwiebel, übereinander zieht. So ist man für wechselnde Anforderungen gewappnet und kann sich gemäß den Umständen entblättern oder einmummeln.
Es gibt kein schlechtes Wetter,
es gibt nur falsche Kleidung!
Deutsches Sprichwort
Käsenocken, Emmentaler Käse Suppe

Eine warme Suppe, ja das wär’s jetzt! Nicht ganz zufällig lief mir kürzlich ein stattlicher Klumpen Emmentaler Käse über den Weg. Problematisch war hingegen der Heimweg mit dem Teil. Irgendwie zeigte er autolytische Symptome (Autolyse = Selbstauflösung von griech. autos = selbst, lysis = Auflösung).
Kennt ihr das auch noch? Mutter schickte Kind zum Bäcker um ein frisches Brot zu holen - zu Hause kamen aber im besten Fall nur noch 2/3 an, stimmt nicht ganz, das andere Drittel war ja bereits im Bauch gelandet. Meinem Käse ging es übrigens ähnlich. Damit also meine köstliche Käsesuppe doch noch sättigende Wirkung für die ausgehungerten Gäste hatte, musste eine Einlage her, z. B. Käsenocken. Meine Käsenocken bestehen aus, mit Emmentaler Käse verfeinerten, Grießnocken.
Mit der ersten Versuchsreihe hätte ich gut und gerne die Vögel von den Bäumen katapultieren oder Fensterscheiben ungeliebter Nachbarn einschmeißen können … steinhart! Eine Beschreibung der Sauerei der zweiten Rutsche, Brei–as–Brei–can (frei nach catch–as–catch–can, dem sogenannten Freistilringen) möchte ich nicht weiter verschmieren vertiefen. Versuch drei bescherte mir nun köstlich geschmeidige, hübsch mit zwei Löffeln abgestochene, Nocken (die Gewichtsverhältnisse beim Nachkochen sinnvollerweise bitte einhalten).
…und wer mich und meine illustre Sammlung an kuriosen Küchenutensilien und ungewöhnlichen Ausstechförmchen kennt, den wird es jetzt nicht wirklich überraschen, dass ich zum Herausfischen der Nocken aus dem Kochwasser einen speziellen Schaumlöffel verwende. Er ist eines der zahlreichen Reisemitbringsel, hier von einer Skisafari durch Kanada anlässlich des 18. Geburtstags meines Sohnes B. – aber das ist eine andere – gaaanz, gaaanz lange, unvergessliche – Geschichte.
Den bezaubernden Kuhausstecher hab ich natürlich mal wieder von meinem angesagten Lieblingströdel, Vorsicht: Suchtgefahr! Absoluter Neuzugang aus eben dieser Quelle ist übrigens ein Stierausstecher nach dem Vorbild des spanischen Brandys. Aber ein Stier gibt nun mal keine Milch, ha, ha, ha und die braucht man ja bekanntlich zur Herstellung von Käse, hier Emmentaler Käse. Früher oder später bekommt er sicher nochmal seinen glanzvollen Auftritt. Nun kommt endlich mein Rezept:
Käsenocken, Emmentaler Käse Suppe

Emmentaler Käse Suppe mit Käsenocken von Doc.Eva

Zutaten
Suppe
2 El             Butter
2 Ze             Knoblauch
3 El             Mehl
1 l               Gemüsebrühe
100 g           Emmentaler Käse
6 El             Schlagsahne
                   Pfeffer, weiß, aus der Mühle
                   Salz
                   Muskatnuss, gerieben
Nocken
60 g            Grieß
40 g            Butter, handwarm
20 g            Emmentaler Käse, gerieben
1 Stck          Ei
                   Muskatnuss, gerieben
                   Salzwasser zum Kochen
Crouton
4 Sch           Weißbrot, dünn
20 g            Emmentaler Käse, gerieben

Zubereitung
Suppe
Butter mit gedrückten Knoblauchzehen im Suppentopf zerlassen. Knoblauch wieder entfernen. Mehl einrühren und hell anrösten. Die Brühe langsam dazu gießen. Ständig rühren, damit es nicht klumpt. Unter Rühren aufkochen und etwa 15 Min. sehr sanft köcheln lassen bis der Mehlgeschmack weg ist.
Emmentaler Käse und Sahne in die Suppe geben. Gut verrühren. Nicht mehr aufkochen. Die Suppe mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken.
Nocken
Butter schaumig rühren, das Ei verkleppern und in die Butter einrühren. Grieß, Emmentaler Käse und die Gewürze untermengen. Alles für 15 Min. ruhen lassen. Händisch oder mit Hilfe zweier Kaffeelöffel Nocken formen und in kochendem Salzwasser ca. 15 Min. sanft kochen. Zugedeckt warm stellen.
Crouton
Weißbrotscheiben mit Käse bestreuen und im Backofen gratinieren. Abkühlen lassen und mittels eines Kuhausstechers Kuhcroutons ausstechen.
Anrichten
Suppe in einen tiefen Teller geben, Nocken einsetzen, Kuhcrouton anlegen und evtl. mit Petersilienblatt dekorieren.
Lasst’s euch schmecken!
Käsenocken, Emmentaler Käse Suppe

Dies ist mein Beitrag zum Blogevent von Zorra: Schweizer Käse Sehnsucht
Blog-Event CII -
Schweizer Käse Sehnsucht (Einsendeschluss 15.10.2014)

Kommentare:

  1. Hihi, ich hab den Stier auch nicht sofort gesehen. Und dass du eine solche Naschkatze bist... tz. ;-)

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  2. klar, süß geht immer - ich hab ja sogar ne Zweit- und Drittzahnbürste :)

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