Die Käseplatte, ein Making-of

Kürzlich hatte ich über das zauberhafte Karlsruhe berichtet, das ich im Rahmen einer Pressereise besuchen durfte. Die Badesche Küche gefiel mir ganz besonders gut. Das sonnenverwöhnte Baden liefert mit seinem milden Klima die besten Voraussetzungen für gesunde, aromatische Lebensmittel - Obst und Gemüse, Fleisch und Geflügel, Wild und Fisch. Das und dazu die vielen wildwachsenden Kräuter haben die Menschen hier seit Jahrhunderten zu Feinschmeckern gemacht. Da ich dem nichts hinzuzufügen habe zeige ich meiner lieben Leserschaft wie ich eine Käseplatte schön anrichte.
Die appetitliche Käseplatte Das Making-of Unter Making-of  (deut. = die Herstellung von) versteht man die Entstehung oder Herstellung einer beliebigen Sache, hier einem Tellerbild. Gezeigt werden die einzelne Schritte. Seinen Ursprung hat der Begriff eigentlich im cineastischen Bereich, also im Film. Der Filmjargon beschreibt den filmischen Bericht über dessen Entstehung. Als Making-of bezeichnet man einen Blick hinter d…

Ne olle Schrippe und ganz viele Geschenke



Fragen über Fragen

Nach jedem Regen kommt wieder Sonnenschein…
Volksmund
Berliner Bouletten
Baby-Shower-Party Buffet
Das Leben in allgemeinen hat ja immer wieder hellere und dunklere Seiten. Somit lässt es sich mit dem Wetter vergleichen. Mit dieser Lebensweisheit kann man sich also wenn alles auf einmal kommt, trösten, dass auch dies vorüber geht und nach dem Regen wieder Sonnenschein kommt. Was aber, wenn gerade der Regen oder Schauer (engl. = shower) höchst willkommen ist, ja sogar gefeiert wird? Und das gepaart mit großer Vorfreude bei Saft und Selters? Wenn eigens dafür Cake Pops und Minicupcakes geordert werden, höchst außergewöhnliches Equipment beschafft und Mudda ein niedliches Buffet zaubert? Wenn i. d. Regel nur Mädels, junge oder nicht ganz so junge Frauen daran teilnehmen, na ja vielleicht ist auch ein Quotenmann dabei? Und wie erklärt es sich, dass die Gastgeberin davon überhaupt nichts weiß oder bestenfalls hofft oder ahnt, es sich also um eine Überraschungsparty handelt? Die Party tagsüber stattfindet? Und was wenn komischerweise ein hellblaues Band über der Veranstaltung schwebt und man nicht den Lenz dafür verantwortlich machen kann?
Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte…
Eduard Mörike (1804-1875)
Die Auflösung ist: Es handelt sich um eine Baby Shower Party!

Berliner Bouletten
Baby-Shower-Party Buffet

Was ist ein Baby Shower?

Der Ausdruck Baby Shower kommt aus dem Englischen und beschreibt, dass zu Ehren einer werdenden Mama eine Party veranstaltet wird, in der sie mit Geschenken für das kommende Baby überhäuft wird. Es regnet sozusagen Geschenke. Diese neuerliche Tradition wird bereits schon länger in vielen englischsprachigen Ländern gepflegt, insbesondere in Amerika, Kanada und England. Bereits im späten 19. Jahrhundert, also in der Viktorianischen Zeit, feierten Frauen zu Ehren der Mom to be (Mom 2 b) elegante Tea-Partys und kamen zu diesen nachmittäglichen Treffen niemals ohne Sonnenschirm. Blasse Haut war chic und stand für gesellschaftlichen Stand, da braungebrannt nur war, wer draußen auf dem Feld gearbeitet hat und somit gesellschaftlich tiefer stand. Das Symbol des Schirmes für Baby Showers auf Dekorationen oder Einladungskarten lässt sich dadurch eventuell erklären! Heutzutage bringen die Gäste liebenswerte Babyparty Geschenke mit, die die werdende Mutter erfreuen werden. Einen Schirm benutzt man heutzutage ja eigentlich eher wenn es nass vom Himmel kommt. So ist auch gleich die Erstausstattung für das Baby gesichert! Idealerweise schließt man einen Komplott mit dem werdenden Vater, der den Überblick hat, damit später nicht alles doppelt und dreifach vorhanden ist. Für eine reibungslose Babyparty-Organisation finden sich sogleich die besten Freundinnen und planen mit vielen Tipps und Baby Shower-Checklisten die Veranstaltung – so wird nichts schiefgehen und die Gäste können gemeinsam mit der Schwangeren die Babyparty in vollen Zügen genießen. So geschehen bei meiner Tochter an einem sonnigen Sonntag im August.

Die Baby Shower Spiele

Es wurde also von jeder Teilnehmerin zunächst ein Body bemalt, mit z.B. Auslasshinweisen für Arme, Beine und Köpfchen, mit grafischen Mustern à la Mondrian, mit mehr oder weniger dummen Sprüchen, Bärchen, Autos oder Schmetterlingen oder mit des Babys Initialen, u.s.w.. Es gab eine Baby-Socken-Sortier-Kompetition, lustiges Zuordnen mitgebrachter eigener Babybilder und der Umfang der Schwangeren wurde in Toiletten-Blatt-Papier-Länge geschätzt, welch eine Gaudi.
Ralf Bendix, Babysitter-Boogie
Pflaumenkuchen

Das Baby Shower Buffet

Wer mich kennt, der kennt auch meine große Vorliebe für kleine Gläschen. Also verfrachtete ich Buchstaben-Nudeln mit getrockneten Tomaten, Hüttenkäse und Pesto in eine Sorte Gläschen. Asiasalat und Garnelenspießchen füllte ich ein weiteres Glas, Waldorfsalat und Hühnerspießchen in wieder Eines. Aber am Beliebtesten sind immer wieder, wo immer ich mich auch einbringe Bulettchen mit Kartoffelsalat, mal ganz abgesehen vom jahreszeitlich unverzichtbaren Pflaumenkuchen, hier mit Schokoladenstreuseln und erfrischenden Obstspießchen. Mit großen Kunststoffcontainern reiste ich an, einer Stange Plastikgläschen (für die schnelle Beseitigung der Partyspuren) und meinem unersetzlichen Marmeladentrichter.
Berliner Bouletten
Bulettchen mit Kartoffelsalat

Die Vorbereitungen

Man traf sich bereits zwei Stunden vorher. Mit dem Daddy to be (Daddy 2 b) war der Termin des Eintreffens selbstredend abgekatert. Fleißige Hände halfen beim Einfüllen, der Gläschen, babyblaue Süßigkeiten, und Bänder wurden platziert. Luftballons, Pompoms und prächtiger Babyzierrat dekoriert oder tastefully displayed, wie meine Chefstewardess vor ca. 40 Jahren immer zu sagen pflegte – der Begriff klebt wie Leim in meinem Kopf. Windeltorten und andere Bastellagen, eine Badewanne, Opas, ah nee, Uropas selbstgebautes Schaukelpferd aus dem Arsenal, und gefühlte 165 weitere übliche Verdächtige wurden unauffällig auffällig platziert.
Man versteckte sich hinter der Gartenhecke, überflüssig zu erwähnen, dass natürlich nur hellblaue Garderobe zwischen dem Blätterwald durchblitzte.

Und dann kamen sie, die werdende Mutter und der werdende Vater. Die Gästeschar preschte aus den Büschen und nun erklärt sich auch die wirkliche Herkunft des Begriffs Baby Shower Party, ein wahrhaftiger Glückstränenschauer ergriff uns alle, die Gastgeber und die Gäste.
Ach ja, Kartoffelsalat ist von Zeit zu Zeit mein Seelentröster, der kann auch mal solo seinen Weg auf’s Tellerchen finden. Meine liebsten Karoffelsalatrezepte habe ich HIER bereits notiert.
 
Berliner Bouletten

Berliner Bouletten

Heute verrate ich meinen Lesern mal mein ultimatives Bulettenrezept, die gehen als Röllchen, als Kugeln oder eben als flache Bratlinge immer, egal ob warm oder kalt.
Ganz wichtig bei der Zubereitung ist die alte Schrippe, sprich Schrüppe, nein, keine alte Hexe oder das alte hässliche Weib. Die Schrippe ist in Berlin ein ganz einfaches Brötchen, das man am besten frisch isst, denn sie trocknet schnell aus und mutiert dann zum Wurfgeschoss oder eben zur harten alten Schrippe. Als olle Schrippe bezeichnen Berliner gelegentlich Frauen, die nicht mehr ganz so aussehen wie das Weizenkleingebäck, so es denn frisch ist. Der Begriff Schrippe ist seit dem späten 18. Jahrhundert eine gängige Berliner Vokabel. Ein Denkmal von ihr findet man übrigens vor der Schrippenkirche an der Berliner Ackerstraße. Hier kommt mein ultimatives, leicht verändertes Familien-Rezept: 
Berliner Buletten von Doc.Eva
Zutaten
Buletten
  • 500 g           Hackfleisch, gemischt
  • 1 Stck          Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 Stck          Berliner Schrippe, altbacken
  • 1 Stck          Ei
  • 2 El             Senf
  • 3 St             Thymian
  •                    Pfeffer, schwarz
  •                    Salz
  • 100 g           Semmelbrösel zum Panieren
  • 75 g            Butterschmalz zum Braten
Zubereitung
Buletten
  1. Berliner Schrippe würfeln und in Wasser einweichen, anschließend gut ausdrücken. 
  2. Zwiebeln fein würfeln und in etwas Butterschmalz glasig anbraten. 
  3. Hackfleisch mit Ei, Brötchen, Zwiebeln, Senf, Thymianblättchen und den Gewürzen verkneten. Buletten ausformen oder auch Kugeln formen und in Semmelbröseln wenden. In Butterschmalz langsam braten, warm stellen.
Lasst’s euch schmecken!
Mein Tipp: Bulettenmasse unbedingt verdoppeln! Bulettchen gehen, warm oder später kalt, weg wie warme Semmeln.

Inzwischen ist Paul auf der Welt und bezaubert alle, aber wirklich alle und ich bin stolze Oma! Auch an dieser Stelle nochmals ganz herzliche Glückwünsche an die stolzen Eltern, meine liebste Tochter und meinen bester Schwiegersohn.

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