Ein zapfiges Intermezzo

Es ist durchaus angenehm, wenn die Speisenfolge eines eher opulenten Menüs ein Sorbet enthält. Das kleine kühle, fruchtige Zwischengericht verringert das Sättigungsgefühl und schafft Raum für nachfolgenden Gänge. Von den kühlen Kleinigkeiten werden vor dem Hauptgang meist nur kleine Mengen gereicht. Gibt es mehrere, wie Fisch und Fleisch, dann eben dazwischen. Das ist häufiger bei üppigen Banketts der Fall.
Der Zwischengang Das SorbetSorbets sind keine Erfindung der Neuzeit. Man kannte die kühlen Köstlichkeiten als Getränke schon in der Antike. Der Sharbat (arab. = Trank) hat sich über die Türkei und den Mittelmeerraum bis nach Nordeuropa vorgearbeitet und der Erfrischung seinen Namen verliehen. Es handelte sich um eine halbgefrorene Speise aus Saft, Wein oder Schaumwein und Zucker. Für die ersten Sorbet-ähnlichen Speisen ließen sich reiche Römer von Sklaven Schnee aus den Abruzzen kommen und mischten ihn mit Fruchtsäften und/oder Wein. Solche Strapazen sind inzwischen passé, dem Gef…

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Fine Dining versus Hausmannskost



Kartoffelsuppe

Die Events

Ein sehr spannender Monat liegt hinter mir und jetzt bitte ich mal um euer aufrichtiges Mitgefühl, ja ich habe mich geopfert: Falstaff lud, mit Dresscode Business Attire, zum Champagnertasting in den renommierten Berlin Capital Club am Gendarmenmarkt ein. 70 verschiedene Champagner von 25 traditionsreichen Champagnerhäusern wurden präsentiert, Pommery, Piper-Heidsieck oder Laurenti, aber auch interessante Neuentdeckungen aus kleineren Champagnerhäusern – schön prickelnd – und Feines aus der Küche wurde auch serviert.
Im Palace Hotel galt es Attilus Caviar zu verkosten – sehr mild und fein. Ach ja und da der Kaviar vom Stör stammt, wurde auch er zubereitet.

Bei der Küchenparty im InterContinental Hotel Berlin konnte geschmeckt werden was einen Berliner Meisterkoch ausmacht, Gratulation den diesjährigen Preisträgern. Und last but not least regnete es Michelin Sterne, Chapeau an dieser Stelle, in der alten Teppichfabrik, einem der letzten Industriedenkmäler des 19. Jahrhundert im Herzen Berlins – ja shabby Locations rule in der Hauptstadt. Wenn es das ist, was Berlin derzeit ausmacht - naja ick weeß nich.
Zeit einmal Lucullus, Lucius Licinius (117 v. Chr.- 56 v. Chr.), den sehr vermögenden römischer Senator und Feldherrn, zu erwähnen. Bekannt wurde dieser im Wesentlichen wegen seiner üppigen Gastmähler. Noch heute spricht man von einem lukullischen Mahl oder lukullischen Genüssen.

Hausmannskost

Im 18. Jahrhundert galt England als das Mutterland der Industrialisierung. Aus dieser Zeit datiert auch der Begriff der sogenannten Bürgerlichen Küche in Deutschland. Der bürgerliche Mittelstand hatte keine Angestellten und auch keine Köchin. Die Hausfrau kochte Hausmannskost. Man unterschied die Alltagsküche von der Sonntagsküche, die bäuerliche und die Arbeiter-Küche. Die Alltagsküche richtete sich nach dem Portemonnaie zum Einen, und nach der Bedarfslage zum Anderen. Montags war bei uns Waschtag - alle ein bis zwei Wochen kam die Kleine Wäsche und einmal im Monat die Große Wäsche. Das kostete viel Zeit und Kraft so ganz ohne den heutigen Maschinenfuhrpark. Einfach, und einfach zu handhaben musste auch das Essen an diesem Tag sein. Also wurde von meiner Mutter, inzwischen sogar Uroma, Samstag Kartoffelsuppe serviert, die dann Montag, wieder aufgewärmt, nochmal auf den Tisch kam => eine Liedchen, ein Witzchen?
Die 3 Peheiros
Kartoffelsuppe
Die Ehefrau zu ihrem Gatten:
Liebling, was suchst du denn so verzweifelt im Kochbuch?
Ich finde nirgends wie man Wäsche kocht!

Familienküche

Was treibe ich so in meiner Küche? Also für mich gibt’s am liebsten Fleisch und Salat. Zu meinen zahlreichen Einladungen serviere ich gerne etwas kompliziertere Menues mit diversen Gängen. Partytime heißt Verrinenzeit. Kleine Gläschen mit allerlei Leckereien, süß oder salzig, warm oder kalt zieren dann das Buffet. Manchmal kreiere ich auch neue Rezepte, z.B. für Competitions o.Ä..
Kartoffelsuppe
Frage ich nun aber meine Kinder was sie sich als Mitnahme Catering oder Doggy Bag (engl. = Hunde-Tüte) wünschen so sind wir wieder bei der Alltagsküche. Eigentlich sind die eingepackten Reste aus einem Restaurant oder von einen Party für den Hund bestimmt. Dabei ist es jedoch völlig unwichtig, ob es überhaupt ein Hund gibt. Tatsächlich sind die Reste meistens für einen selbst oder für Daheimgebliebene bestimmt. Und so sind wir ganz schnell wieder bei der Hausmannskost, so oder so ähnlich wie ich es von meiner fotoscheuen, inzwischen 86jährigen, Mutter gelernt habe. Feine Küche oder Fine Dining ist aus meiner Küche von meine Kindern für die Seele zu Hause nicht immer erwünscht. Da ist familieneigene Hausmannskost gefragt, mehr denn jeh!
Als Mitnahme Catering taugt immer eine kräftige Suppe. Mit Erbsen, Blumenkohl, Kürbis oder Steckrübe oder eine gute Hühner- oder Gulaschsuppe, oder … eine kräftige Kartoffelsuppe.

Das Rezept

Kartoffelsuppe von Doc.Eva
Zutaten

  • 1 kg             Kartoffeln, gewürfelt
  • 2 Stck          Zwiebeln, gewürfelt
  • 1 Bd            Suppengrün, gewürfelt
  • 50 g             Butter
  • 1 l               Fleischbrühe, kräftig
  • ½ Bd           Liebstöckel
  • ½ Tl            Majoran, frisch
  • ½ Tl            Thymian
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • 4 Stck          Knacker

Zubereitung
  1. Butter in einem Topf erhitzen. 
  2. Zwiebel- und Porreewürfel darin glasig dünsten. 
  3. Kartoffelwürfel, Kräuter und Brühe dazugeben und alles abgedeckt 20 Min. kochen lassen. 
  4. Ein Teil der Einlagen und die Kräuter herausfischen.
  5. Die Gemüse in der Suppe zuerst mit dem Kartoffelstampfer, dann kurz mit dem Stabmixer zerkleinern. 
  6. Durch ein Sieb abpassieren. Einlagen in die Suppe zurückgeben. 
  7. Knacker darin erwärmen.

Anrichten

  1. Suppe in angewärmte Teller geben. 
  2. Einlagen hinzufügen und Knacker ganz oder aufgeschnitten dazu geben.
  3. Mit Kräuterblättchen dekorieren.

Lasst’s euch schmecken!

Mit meinem Kartoffelsuppenrezept nehme ich teil am Bloggerevent zum Buch "Wir haben einfach gekocht" von Cathrin Brandes.

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