Zürcher Geschnetzeltes mal anders

Kürzlich hatte ich hier einige Berliner Restaurants vorgestellt. Ich habe köstlichste Speisen gezeigt und hoffentlich die Neugier meiner Leser wecken können. Bereits dort hatte ich euch einen raffinierten Rösti-Burger, Zürcher Art versprochen – so sei es dann auch.

Der Hamburger Der BurgerEin Hamburger (auch kurz Burger) ist ein warmes Schnell- oder Fertiggericht und bildet den Standardartikel vieler Fast-Food-Ketten, sagt mein Freund Wiki. Es gibt Hamburger, Ramen-Burger (eine Art japanischer Nudeln), Pasta-Burger, Sushi-Burger, Fleisch-Burger, Fisch-Burger, Chicken-Burger, in Dubai sogar Camel-Burger und Wurst-Burger. Seine wesentlichen Bestandteile sind ein Bun (Brötchen), mit verschiedenen Belägen und ein Patty (Hacksteak) und verschiedenen Saucen. Hierhatte ich bereits schon einmal darüber berichtet. Der Hamburger an sich hat eigentlich nicht wirklich etwas mit Hamburg (Hansestadt in Deutschland) zu tun. Sicher ist jedoch, dass die erste Silbe Ham nichts mit dem englischsprachig…

Ein Ausflug auf’s süditalienische Land I

Mit der Lust ist es so eine Last: Sie kann sich auf unterschiedlichen Ebenen der Wahrnehmung zeigen, zum Beispiel beim Speisen, beim Reisen, beim Sport oder bei schöpferischer Tätigkeit, vor allem aber als Bestandteil des sexuellen Erlebens. Bei der Lust seine eigene Komfortzone zu verlassen handelt es sich dann wohl um die Reiselust.

Das Projekt

Die Verteiler

Will man etwas in die Welt hinaustragen, so braucht es einen oder mehrere Verteiler. Nun ist es inzwischen weitestgehend aus der Mode gekommen rasende Boten oder Trommler zu akquirieren. Allen voran steht der E-Mail-Verteiler. Man bezeichnet ihn im Computerumfeld ein einfaches Mittel zur Gruppen-Kommunikation, welches auf Mehrfach-Adressierung einer E-Mail beruht. Dazu sollten Sender und Empfänger bekannt sein – so sagt man. Ganz ähnlich verhält es sich beim Zusteller, ein Verteiler von Postsendungen oder beim Kolporteur. Beim Auto wäre es der Zündverteiler, im Sicherungskasten wird der Strom verteilt und mit Schnaps wird das Essen im Magen verteilt. Was bleibt nun wenn der zukünftige Ansprechpartner eher unbekannt ist? Man wendet sich an die Medien. Dafür bieten sich Journalisten, Medienvertreter und natürlich inzwischen auch immer mehr Blogger und Influencer an. Ich durfte eine Pressereise nach Italien begleiten.

Das Thema

Es lautet in diesem Fall was bietet eine Region wie Apulien am äußersten süditalienischsten Zipfel des Stiefels von Italien außer Strand und Meer? Auf eine Interviewfrage antwortete beispielsweise ein kinderloser Bekannter, dass er es sich vorstellen könnte mit seinen Kindern dorthin zu reisen. Das grenzt für mich an eine Persiflage. Der Hochsommer hält Temperaturen dort bereit, die jenseits der Wohlfühlzone einer Nord- resp. eines Mitteleuropäers liegt. Was also macht den Landstrich Solento attraktiv? Es ist entspannt und bezaubernd altmodisch.
Fernab vom Massentourismus entschleunigt sich nach mediterraner Art die Zeit. Im Salento, am Absatz des italienischen Stiefels zwischen Adria und Ionischem Meer, hat sich eine Menge Bilderbuchitalien erhalten.
Verzauberte Städtchen, fröhlich/sympatische Menschen und gutes Essen. Gern logiert und speist man in Masserien, jene herrschaftlichen Gutshäuser, die durch den Anbau von Olivenbäumen ihren Ruhm erlangt haben.


Fotocredit C. Thomas
 
Allgegenwärtig ist im Solento das beidseitig gelegene Meer, mal ionisch und mal adriatisch. Etwas Fernweh Musik gefällig? Manch einem mag es zu schmalzig sein aber geht es um ein Bauchgefühl, das die Reiselust einfängt:
Come vorrei
Ricchi e Poveri

Die Cucina povera

Die Cucina povera steht für eine leichte, bekömmliche und natürliche Küche mit einfachen, raffinierten und überlieferten Rezepten. Die Zutaten begrenzen sich hauptsächlich auf das, was es vor Ort gibt. Sie wecken die Lust auf italienisch inspirierte Speisen. Im Grunde ist sie eine Hommage an die Heimat.


meine persönlichen Frühstücksvariationen mit Burrata, Mozzarella und Co.
Wir verkosteten Würste (salsicce) und Frikadellen (polpette), Pferderagout, eingewickelte Lammleberchen, regionales Gemüse wie Graupen aus Hartweizen, Lampascioni (eine essbare Traubenhyazinthenart), Zichorien (Cicoria), Fave (Saubohnen) und Stängelkohl (Cima di rapa). Selbsterklärend sind auch die Pastasorten anders. Man isst dort Maccheroni und Orecchiette.
Maccheroni

Orecchiette
Ich hatte die Gelegenheit beide Sorten händisch zu gestalten. Aus Filmen kenne ich die Seniorinnen sich beim Schwätzchen zusammenfindend, die kleinen Köstlichkeiten zu rollen und zu ziehen – das kann dauern. Das rustikale Brot hat  eine leicht gelbliche Farbe und ist länger haltbar, weil eben auch der dort angebaute Weizen das Salz des umgebenden Wassers und die Feuchtigkeit vereint. Auch Fischgerichte sind natürlich auf der Speisekarte: Fisch und Meeresgetier, z.B. Muscheln, Anchovis, die man aber auch gern frittiert, Polipetti, eine Art kleine Tintenfische, oder Seebarben. Die Weine, hier vor allem der rote Primitivo, sind kräftig und aromatisch und unterstreichen die würzige Küche des Solento. Selbst der allgegenwärtige Limonchello ist irgendwie kompakter, käftiger – der Körper nahm die Nahrung an!
Zu Mittag sitzt man dann schon mal 2 Stunden in solch einer oben genannten Masseria und debattiert das hier und jetzt oder vertritt sich die Beine mit Blick auf Schafsherden, Olivenhaine bei klirrender Luft und leichter Brise. Lange nicht geschmunzelt?
Eine Frau kommt mit einem Frosch auf dem Kopf zum Arzt. Da fragt der Arzt: Was haben Sie denn? Da sagt der Frosch: Ich hab‘ mir was eingetreten!
 – kann passieren … aber das ist eher was für Insider.
Geradezu sträflich wäre bei einer Aufzählung diverser lokaler Teigwaren, wenn man die Taralli nicht erwähnen würde, ein kringelförmiges salziges Gebäck. Dienten Taralli früher als haltbares Brot bei längerer Abwesenheit, so werden sie heute gern zum Aperitif geknabbert, sie schmecken salzig und nach Olivenöl.
Ihre Feste zu Ehren diverser Heiliger feiern sie logischerweise auf der Straße mit lokalem Streetfood, wie frittierten Fischlein, Pizza und Teigtaschen … und einem unglaublichen Lichtermeer, eigens zu den Häuserfronten passend geschreinert und illuminiert – das verschlägt einem die Sprache.

Das Resümee

Ich würde mich, wenn ich Apulien, oder wie man vor Ort sagt Puglia, anpreisen wollte auf die Besonderheiten einschießen – Strand und Meer gibt es ja reichlich auf unserer schönen Erde.
Fotofestivals für Fotografen - die malerische Küste einfangen.
Apropos malerisch: Outdoor-Malworkshops – dieses Licht …
Kunst und Kulturfestivals (Musik)
Kochworkshops und Festivals
Wein und Olivenöl-Verkostungen incl. Anbau und Ernte
.
Dieser zauberhafte Landstrich bietet weit mehr als nur Meer. Mein Bericht wir hier fortgesetzt.

Das Rezept

Meine Teigwaren für die Maccheroni mit Fleischsauce habe käuflich erstanden. Allerdings habe ich ja nun gelernt sie mittels einer Art geprägten Stricknadel selbst zu rollen – lange Winterabende kommen auch am Ende ein so schön beginnenden Jahres wieder. Da ist dann Zeit hier Hand anzulegen.
Maccheroni mit Fleischsauce von Doc.Eva
Zutaten
  • 400 g Rinderhackfleisch
  • 1 Bd Suppengrün, küchenfertig, gewürfelt
  • 1 Stck Zwiebel
  • 300 g Tomaten aus der Dose
  • 1/2 Glas Rotwein, trocken
  • etwas Brühe
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 500 g Maccheroni
  • Parmesan
  • Butter
Zubereitung
  1. Etwas Butter in einem Topf schmelzen und das Gemüse und die Zwiebeln einige Minuten darin anschwitzen. 
  2. Anschließend das Rinderhackfleisch dazugeben und unter Rühren bei hoher Temperatur von allen Seiten anbraten. 
  3. Dann mit dem Wein ablöschen. Anschließend die Tomaten und die Gemüsebrühe hinzufügen. 
  4. Die Sauce bei mittlerer Hitze zugedeckt 60 Min sanft köcheln lassen, ab und an umrühren, mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken.
  5.  Die Pasta nach Anweisung kochen. 
  6. Den Parmesan reiben, Butterflöckchen portionieren.
Anrichten
  1. Pasta in ein geeignetes Gefäß geben. 
  2. Sauce obenauf löffeln und das Butterflöckchen einsetzen. 
  3. Mit Parmesan bestreuen.
Lasst’s euch schmecken.
Einen Film zu meiner Pastaherstellungs-Challenge und schöne Bildern vom Markt in Caprarica di Lecce kann man hier ansehen.

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