Salat vom Gockel

In meinem letzten Blogpost hatte ich euch die Gaumenfreuden der Region Karlsruhe, erkundet mit dem Pedelek, vorgestellt. Mit dem Reisen in ferne Länder war’s das ja leider in diesem Jahr erstmal, zumindest für mich. Nun bleiben wir also vorerst im Lande und machen uns es so schmackhaft wie möglich. Heute gibt es ein Rezept für einen köstlichen Salat vom Gockel - aber lest doch einfach selbst …

Der Geflügelsalat

Der Feinkostsalat

Feinkostsalate gibt es in zahlreichen Varianten, zum Teil mit Fleisch oder Fisch oder auch vegetarisch. In der Regel sind sie mit Soßen und Gewürzen zubereitet. So gelesen in den Leitsätzen für Feinkostsalate des deutschen Lebensmittelbuches: Die Soßen bestehen typischerweise aus Mayonnaise oder Salatmayonnaise oder anderen mehr oder weniger emulgierten Zubereitungen, die beispielsweise Speiseöl, Essig, Sahne, Jogurt, Crème fraîche und Zuckerarten sowie würzende Zutaten enthalten. Im Handel enthält Geflügelsalat mindestens 25 Prozent gekochtes, gegartes oder anderweitig behandeltes Geflügelfleisch. Der Salat wird mit Mayonnaise, Salatmayonnaise oder einer anderen würzenden Soße oder Speiseöl und/oder Essig sowie würzenden Zutaten zubereitet. Beigaben von Eiern, Pilzen, Obst- und Gemüseteilen sind möglich. 


Bei Geflügelsalat mit Qualitätshinweis wie Delikatess-Geflügelsalat muss der Anteil des Geflügelfleisches mindestens 30 Prozent betragen. Alles was sich Feinkost nennt, muss lecker sein. Und auch irgendwie besonders. Jedenfalls nichts, was alltäglich auf den Tisch kommt. Denn Feinkost ist eine feine Kost für den verfeinerten Geschmack und den gehobenen Bedarf. Sie gilt sie als Delikatesse oder Leckerbissen. Ungefähr so beschrieb der Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger schon vor 40 Jahren diese Produktgruppe - soweit die Theorie!

Das Huhn

Die Urhühner (Bankivahühner) leben im Dschungel Südostasiens. Schon vor etwa 4.000 Jahren hielten die Menschen im Dschungel Südostasiens Bankivahühner, quasi die Urhühner. Heute achtet man bei einigen Rassen darauf, dass sie viele Eier legen, andere sollen schnell erwachsen und geschlachtet werden und wieder andere sollen einfach nur schön aussehen. Die meisten dieser Hühner haben noch nie in ihrem kurzen Leben das Sonnenlicht erblickt. Männliche Küken werden aussortiert, erstickt und zu Nuggets oder ähnlichem verarbeitet – traurig aber wahr.  

Der Gockel ist eine Bezeichnung für den Hahn oder umgangssprachlich ein Mann, der seine Männlichkeit zur Schau stellt. Etwas zum Schmunzeln aus der Abteilung Bauernregeln?
Föhnt der Gockel sich seinen Kamm,
glüht er rot und steht ganz stramm!

Nun, Hintergrund der Namensgebung für meinen Salat vom Gockel war eine Einladung in Stuttgart vor einigen Jahren:
Gehma zum Wasen nen Göckele essen?
Wollen wir auf den Wasen (Volksfest) gehen und ein Brathähnchen essen?
Das Göckele hat sich bei mir eingebrannt. 

Kennt ihr das Gefühl, welches sich einstellt, wenn man hungrig an einer Hühnerbraterei vorbeikommt, bestenfalls im Supermarkt? Der halbe gebratene Vogel landet im Einkaufswagen! Bereits im Auto wird ihm ein Bein ausgerissen und gierig verputzt. Zu Hause angekommen wird der Rest inklusive der würzigen Haut, mit Ausnahme der Knochen mehr oder weniger fachgerecht vertilgt. Was bleibt auf der Strecke? Die oftmals trockene Brust! Sie wird am Folgetag wiederbelebt, hier fruchtig und würzig als Salat.

Der Salat

Klar, Scheiben von der Hühnerbrust bilden den Protagonisten. Die Darsteller für die fruchtige Note sind der Bergpfirsich und ein paar Beeren

Die Hauptnebenrolle spielt die Avocado, sie macht ihn rund. Mayonnaise verbindet die Darsteller. Und dann gibt es noch die Komparserie, bestehend aus Salatblättern, Zwiebellauchröllchen, Gewürzen und Rotem Pfeffer

Rote oder Rosa Beeren sind gar kein echter Pfeffer, werden aber seit Jahrzenten als Ersatz des teuren und leicht verderblichen roten Pfeffers verwendet. Die roten Beeren des brasilianischen Pfefferbaumes oder Schinusbeeren (Schinus therebinfolius) geben ein süßlich/würziges Aroma und eine leichte Schärfe. So, fertig ist das kulinarische, nicht ganz neue, Theaterstück

Und nun habe ich für euch noch den ultimativen Ohrwurm – ihr werdet mich verdammen!
Chicken Dance
Marvellous Bright Ideas

Das Rezept

Salat vom Gockel von Doc.Eva
Zutaten

  • 2 Stck Hühnerbrüste, gegart, in Scheiben
  • 1 Stck Avocado, geschält, in Scheiben
  • 2 Stck Bergpfirsich, geschält, in Scheiben
  • 2 El Zwiebellauch, in Röllchen
  • 2 El Rote Beeren
  • 4 El Mayonnaise
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • etwas Zitronenabrieb
  • Piment d’Espelette
  • Salz
  • Pfeffer
  • Salatblätter
  • Beeren

Zubereitung

  1. Aus Mayonnaise, dem Spritzer Zitronensaft, dem Zitronenabrieb, Piment d’Espelette, Salz und Pfeffer eine Salatsoße rühren. 
  2. Die Scheiben von den Hühnerbrüsten, der Avocado und den Bergpfirsichen mit der Sauce vermischen. 
  3. Mit Zwiebellauch und Rote Beeren vervollständigen.

Anrichten

  1. Die Bestandteile gefällig auf Tellern anrichten. 
  2. Mit Toastbrot servieren.

Lasst’s euch schmecken!

Die Vorschau

Nun steht also das Essen wieder im bevorzugten Fokus meines Blogs. Der heimische Herd in meiner Küche unter dem Dach ist wieder deutlich mehr in den Vordergrund gerückt. Als nächstes gibt’s, wenn die Ernte es erlaubt, Kartoffelpuffer - bis dahin und SO LONG …




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