Quarkkeulchen, eine Sächsische Leibspeise

Ich hatte den Jahreswechselim warmen Ägypten verbracht. Tauchen und Schlemmen, die Sonne genießen und neue Freundschaften schließen – genau mein Ding. Der Januar ist dann wieder lang, gemeint sind zu viele Tage für zu wenig Geld im Portemonnaie, also wird die Küche preiswert. Ich habe da mal, wie versprochen, ein sächsisches Leibgericht für euch: Quarkkeulchen!

Die Quarkkeulchen Die Erklärung Landestypische Kochtraditionen entstanden in allen Regionen und Landschaften dieser Welt, so auch in Sachsen, wobei auch von Ort zu Ort und sogar von Familie zu Familie unterschiedliche Essgewohnheiten und Zubereitungsweisen existieren. Der Dialekt der Sachsen hat ja auch so seine Eigenheiten mit den damit verbundenen Verwechslungsmöglichkeiten, z. B. auf dem auf dem Standesamt bei der Namensgebung des Neugeborenen:
Un wie solln nu dähr Gleene heeßn?
Nu, mir dachdn an Dangkward!
Also, heern Se, seinen Nahm will ich wissn, nich, wasser mal warn soll!

Und, wie soll der kleine nun heißen?
Nun wir d…

Hugo ‘s coming – oder eine Babyshowerparty

In Frankreich sagt man im späteren Herbst: Le Beaujolais Nouveau est arrivé! In Berlin sagte man im Oktober: Hugo est arrivé! Aber zurück auf Anfang … erstmal kam ja die Babyshowerparty

Hugo ‘s coming

Was ist ein Baby Shower?

Der Ausdruck Baby Shower kommt aus dem Englischen und beschreibt, dass zu Ehren der werdenden Mutter eine Überraschungsparty von ihren, vornehmlich weiblichen, Freunden, Verwandten und Bekannten ausgestattet wird. Sie wird somit mit Geschenken für das kommende Baby überhäuft wird. Oder: Es regnet sozusagen Geschenke. Diese neuerliche Tradition wird bereits schon länger in vielen englischsprachigen Ländern gepflegt, insbesondere in Amerika, Kanada und England. Bereits im späten 19. Jahrhundert, also in der Viktorianischen Zeit, feierten Frauen zu Ehren der Mom to be (mom2b) elegante Tea-Partys und kamen zu diesen nachmittäglichen Treffen niemals ohne Sonnenschirm. Blasse Haut war chic und stand für gesellschaftlichen Stand, da braungebrannt nur war, wer draußen auf dem Feld gearbeitet hat und somit gesellschaftlich tiefer stand, sagt mein Freund Wiki. Das Symbol des Schirmes für Baby Showers auf Dekorationen oder Einladungskarten lässt sich dadurch eventuell erklären! Die Erstausstattung für das Baby gesichert! Idealerweise schließt man einen Komplott mit dem werdenden Vater, der den Überblick hat, damit später nicht alles doppelt und dreifach vorhanden ist. Für eine reibungslose Babyparty-Organisation finden sich sogleich die besten Freundinnen und planen mit vielen Tipps und Baby Shower-Checklisten die Veranstaltung – so wird nichts schief gehen und die Gäste können gemeinsam mit der Schwangeren die Babyparty in vollen Zügen genießen. So zum zweiten Mal geschehen bei meiner Tochter an einem sonnigen Sonntag im August.
Heutzutage bringen die Gäste liebenswerte Babyparty Geschenke mit, die die werdende Mutter erfreuen werden. Einen Schirm benutzt man heutzutage ja eigentlich eher wenn es nass vom Himmel kommt oder in diesem Jahr gegen den üppigen Sonnenschein. 

Die Baby Shower Spiele

Es wurde also von jeder Teilnehmerin zunächst ein Body bemalt, mit z.B. Auslasshinweisen für Arme, Beine und Köpfchen, mit grafischen Mustern à la Mondrian, mit mehr oder weniger dummen Sprüchen, Bärchen, Autos oder Schmetterlingen oder mit des Babys Initialen, u.s.w.. Vor drei Jahren kamen noch deutlich mehr Spiele zum Einsatz: Es gab eine Baby-Socken-Sortier-Kompetition, lustiges Zuordnen mitgebrachter eigener Babybilder und der Umfang der Schwangeren wurde in Toiletten-Blatt-Papier-Länge geschätzt, welch eine Gaudi. Man bespielte sich bei dieser ungnädigen Hitze dann doch lieber mit Wortspielen und heiterem Berufe erfinden für den zu erwartenden Spross.
 Kleiner Ohrwurm gefällig?
Happy
Pharrell Williams

Das Baby Shower Buffet

Wer mich kennt, der kennt auch meine große Vorliebe für kleine Gläschen. Also verfrachtete ich Chorizo mit getrockneten Tomaten, dicken Bohnen und Oliven in eine Sorte Gläschen. Asiasalat und Srossen füllte ich ein weiteres Glas, Tomaten mit Ingwer und Quinoa in wieder Eines.
Dazu servierte ich separat Spießchen mit Büffelknacker, Rostbeef- und Kassler Röllchen. Aber am Beliebtesten sind immer wieder, wo immer ich mich auch einbringe Bulettchen mit Kartoffelsalat. Mit großen Kunststoffcontainern reiste ich an, nicht zuletzt auch mit den unverzichtbaren gläsernen Teelichtgläschen von dem schwedischen Möbeldealer und meinem unersetzlichen Marmeladentrichter für kleckerfreie Befüllung derselben.

Die wunderbare Torte und die köstlichen Süßteilchen wurden bestellt bei Törtchensegen: Sweetcatering and more (Berlin).
Pate @ work

Die Vorbereitungen

Man traf sich bereits zwei Stunden vorher. Mit dem Daddy to be (daddy2b) war der Termin des Eintreffens mit Frau und Kind 1 selbstredend abgekatert. Fleißige Hände halfen beim Einfüllen der Gläschen, babyblaue Süßigkeiten, und Bänder wurden platziert. Luftballons, Pompoms und prächtiger Babyzierrat dekoriert oder tastefully displayed, wie meine Chefstewardess vor ca. 40 Jahren immer zu sagen pflegte – der Begriff klebt wie Leim in meinem Kopf. Die Geschenke wurden unauffällig und diskret platziert. Man versteckte sich im Livingroom, überflüssig zu erwähnen, dass natürlich nur hellblaue Garderobe die Gästeschar zierte. Und dann kam die Kleinfamilie, Mutter, Vater und Kind. Kind 1 rief sofort Oma-Katze! Das ist nämlich mein Spitzname und gerochen hat er mein Parfüm. Was zum Schmunzeln? Zwei ältliche Best-Ager sitzen nebeneinander beim Friseur. Nach dem erfolgten Haarschnitt wird der Eine gefragt, ob er Haarspray wünsche.
Danke nein! Wenn ich so dufte, denkt meine Frau, ich war im Puff.
Darauf der Andere:
Mir können Sie ruhig Haarspray geben. Meine Frau weiß nicht, wie es im Puff riecht!
Drum merke: Weniger ist bei solch einem aufgeweckten Enkelchen manchmal mehr. Die Gastgeber und die Gäste waren dennoch nahe am Wasser platziert - Tränen des nahenden Glückes flossen, das wäre eventuell auch eine Erklärung für den Schirm.

Das Rezept

Ein köstliches Rezept von mir, natürlich in meiner illustren Berliner Dachwohnungs-Küche zubereitet, gehört ja eigentlich traditionell zu meinen Blogposts dazu wie der Senf zur Wurst, oder wie die Berliner Großschnauze sagen würde wie der Arsch auf den Eimer. Neuerlich ist es in einem anderen Post separat zu finden. In diesem Fall habe ich ja einen ganz besonderen Auftrag: Das Wochenbettcatering, denn ja, Hugo ist inzwischen zu unserer aller Freude da!
Leibspeisen oder Lieblingsgerichte sind angesagt. Überbackene Lauchröllchen standen auf der virtuellen Wunschliste. Und nun das selbe Prozedere wie immer hier auf dem Blog: Man kann ja von niemanden, der meine legendären überbackenen Lauchröllchen zubereiten möchte verlangen, dass er sich meine freudigen Eindrücke von einer Babyshowerparty antut oder/oder umgekehrt. Also, zum Lieblingsessen meiner Tochter geht es im Folgepost auf meinem Blog.
überbackenen Lauchröllchen

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