Salat vom Gockel

In meinem letzten Blogpost hatte ich euch die Gaumenfreuden der Region Karlsruhe, erkundet mit dem Pedelek, vorgestellt. Mit dem Reisen in ferne Länder war’s das ja leider in diesem Jahr erstmal, zumindest für mich. Nun bleiben wir also vorerst im Lande und machen uns es so schmackhaft wie möglich. Heute gibt es ein Rezept für einen köstlichen Salat vom Gockel - aber lest doch einfach selbst … Der GeflügelsalatDer FeinkostsalatFeinkostsalate gibt es in zahlreichen Varianten, zum Teil mit Fleisch oder Fisch oder auch vegetarisch. In der Regel sind sie mit Soßen und Gewürzen zubereitet. So gelesen in den Leitsätzen für Feinkostsalate des deutschen Lebensmittelbuches: Die Soßen bestehen typischerweise aus Mayonnaise oder Salatmayonnaise oder anderen mehr oder weniger emulgierten Zubereitungen, die beispielsweise Speiseöl, Essig, Sahne, Jogurt, Crème fraîche und Zuckerarten sowie würzende Zutaten enthalten. Im Handel enthält Geflügelsalat mindestens 25 Prozent gekochtes, gegartes oder ande…

Der Holunderblütensirup

In meinem letzten Blogpost hatte ich euch mit Semmelknödelmuffins überrascht. Mit dem Reisen war’s das ja leider in diesem Jahr erstmal. Nun bleiben wir also vorerst zu Hause und machen uns es so schmackhaft wie möglich. Heute gehen wir mal ins Gebüsch. Es gibt Holunderblütensirup - aber lest doch einfach selbst …

Der Holunderblütensirup

Der Holunder

Der Holunder (Sambucus nigra) war seit Menschengedenken eine der wichtigsten Heilpflanzen für den Menschen. Holunder (althochd. Holuntar aus holun = hohl, heilig, günstig, gnädig und Tar = Baum, Strauch) bezeichnet Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume. Der lateinische Name des Strauchs, Sambucus, geht vermutlich auf die Sambuche zurück, ein harfenähnliches altgriechisches Instrument, das aus Holunderholz angefertigt wurde. Seine Blüten und Früchte finden vielfach Verwendung als Heilmittel, Lebensmittel und Farbstoff. Zweimal im Jahr findet er bei der Zubereitung in unsere Küchen. Im Frühjahr bringt er schneeweiße Blüten hervor, im Herbst schwarze Beeren. Dieser Strauch der Gegensätze hilft uns, Harmonie sowie ein inneres Gleichgewicht zu finden.
Die Blütendolden werden für Sirup, Marmelade und Gelee, Limonade und für Eis verwendet oder in Pfannkuchenteig ausgebacken. Aus den kleinen schwarzen Holunderbeeren wird häufig Saft hergestellt. Holundersaft wird dann weiterverarbeitet zu Gelee, Punsch, Sirup oder Suppe verarbeitet. Bei Rohgenuss führen sie zu Übelkeit und Erbrechen. Erst durch Erhitzen werden sie bekömmlich. Aus den Blättern lässt sich Tee gewinnen um die Nierentätigkeit anzuregen und somit den Körper besser zu entgiften und zu entschlacken.
Heute schon geschmunzelt?
Warum hat eine Blondine leere Flaschen im Kühlschrank?
Es kann ja sein das jemand nichts trinken will.

Die Mythologie

Holunderblütensirup
Ist er nun der Baum des Lebens oder Baum des Todes? Zahlreiche Mythen, Sagen und Geschichten ranken sich um den Holunder - der Baum der Frau Holle. Frau Holle ist ein deutsches Märchen der Brüder Grimm. Ein häufig zitierter Spruch in den 1970ern war:
Komm mit mir in den Blütenwald denn meine Pillen wirken bald.
Die sogenannte Antibabypille, umgangssprachlich auch kurz die Pille genannt, ist ein hormonelles Verhütungsmittel (Kontrazeptivum) zur Einnahme. Die Wirkung entsteht durch eine Unterdrückung des Eisprungs (Ovulationshemmung). Sie wurde seit Ende der 1960er und insbesondere während der ersten Hälfte der 1970er Jahre in den Industrienationen das am häufigsten verwendete Mittel zur Verhütung einer Schwangerschaft, sagt mein Freund Wiki. Ob damals allerdings der Holunderbusch gemein war bleibt offen. Er galt von je her als Schutzstrauch gegen böse Geister und Dämonen. Im alten England trugen Bestatter zum Schutze stets etwas Holunderholz bei sich und in US Amerika findet man noch heute viele Friedhöfe mit Holundersträuchern, welche dort zur Abwehr böser Geister gepflanzt wurden. Ich habe gleich zwei davon in unmittelbarer Nähe meines Gartens – besser is! So ist der Holunder ein Baum des Lebens und des Todes, gleich wie das Weiß seiner Blüten und das Schwarz seiner Beeren. Er gibt den Lebensrahmen und behütet die Lebensschwellen, verleiht Lebenskraft und unterstützt die Seele auf ihrer Reise.
Holunderblütensirup

Der Sirup

Sirup sollte süß und aromatisch sein. Die besten Ergebnisse für Sirup, der später als Grundlage für Limonaden und erfrischende Sommerdrinks dienen soll, ist ein Verhältnis von einem Teil Zucker zu einem Teil Saft oder Gewürzsud. Es gibt Sirup aus Fruchtsaft oder aus Sud und Extrakt mit den Aromen von Kräutern, Blüten und Gewürzknollen. Sirup wird abgekocht, was die meisten Mikroorganismen abtötet. Möglichst heiß abgefüllt ist er in der verschlossenen Flasche sehr lange haltbar. Damit er auch nach dem Öffnen lange genießbar bleibt hilft Zucker. Mindestens 50 % sollten es im fertigen Sirup sein. Das klingt ungesund, ist es aber nur bedingt. In die fertige Limonade kommen im Schnitt etwa 20 ml Sirup, also etwa 10 g Zucker auf 350 ml Wasser. Das ist nicht einmal ein gestrichener TL und damit deutlich weniger als in herkömmlichen Limonaden. Aufgefüllt mit Sekt oder Schaumwein ergibt er den berühmten Hugo, ein anregendes Getränk beim Stehrumchen vor Veranstaltungen oder zum Aperitivo vor einem schönen Essen mit Gästen.
Hugo
Hugo (Sekt mit Holunderblütensirup)
Jahrelang habe ich mich an Holunderblütensirup versucht. Er ließ mich zwar in Gedanken an laue Sommerabende in urigen Strandbars an den Küsten Griechenlands mit verklärtem Blick auf schöne Adonisse denken, weil er so harzig im Geschmack war wie Retsina, dem griechischen geharzten Weißwein aber köstlich war er bei weitem nicht. Etwas Musik für’s Kopfkino?
Sail away
Enya
Das rigorose Entfernen der Stiele und die Methode des Kaltauszugs führten jetzt endlich zum Ziel. Weitere Sirupvariationen gibt’s hier im Archiv.

Das Rezept

Kaltauzug
Holunderblütensirup (Kaltauszug)

Holunderblütensirup von Doc.Eva

Zutaten
  • 15 Stck Holunderblüten    
  • 1 Stck Bio-Orange, unbehandelt
  • 4 Stck Bio-Limetten, klein, unbehandelt
  • 1 kg Zucker
  • 30 g Zitronensäure
  • 1 Pr Salz
Zubereitung
  1. Die gesammelten Blüten sanft ausschütteln und von Insekten befreien. Dadurch bleibt mehr aromatischer Blütenstaub haften als würde man sie waschen. 
  2. Die Stiele sorgfältig entfernen. 
  3. Die Limetten und die Orange heiß abwaschen und mit Schale in Scheiben schneiden. 
  4. Mit 1 Liter Wasser aufgießen. 
  5. Den Kaltauszug 24 Stunden ziehen lassen. 
  6. Am Folgetag die Flüssigkeit abseihen und mit dem Zucker und der Zitronensäure aufkochen. 
  7. Etwas Salz vertieft den Geschmack. 
  8. Den Sirup durch ein feines Sieb seihen. 
  9. Den heißen Sirup in vorbereitete Flaschen abfüllen und verschließen.
Anrichten
  1. Als Limonade den Sirup 1:5 mit Wasser oder Mineralwasser auffüllen. 
  2. Für Hugo reicht 1 cl auf ein Glas Sekt (125 ml). 
  3. Mit dem Sirup kann man auch Gebäck tränken ähnlich dem levantischen Baklava oder dem französischen Bavarin au ron.
Lasst’s euch schmecken!
Holunderblütensirup

Die Vorschau

Nun steht also das Essen wieder im bevorzugten Fokus meines Blogs. Der heimische Herd in meiner Küche unter dem Dach und die Outdoor-Küche in meinem Berliner Refugium sind wieder deutlich mehr in den Vordergrund gerückt. Als nächstes gibt’s Kohlrabi mal anders - bis dahin und SO LONG
Brassica oleracea var. gongylodes
Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes)
 …

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