Die orientalische Versuchung


In meinem letzten Blogpost hatte ich euch meine Pascade aux pommes vorgestellt. Heute wird’s nicht ganz so heiß in meiner Berliner Küche unter dem Dach. Genau das ist einer der vielen Vorteile der Heißluftfritteuse. Sie heizt nur sich und nicht die ganze Küche. Ich backe für euch also einen köstlichen arabischen Grießkuchen, Basbousa - aber lest doch einfach selbst …

Der orientalische Basbousa Kuchen

Das Osterfest

Betrachten wir Ostern mal aus kulinarischer Sicht. Zu Ostern gibt es je nach Region und Tradition ganz unterschiedliche typische Gerichte als da wären die gekochten und gefärbte Eier und der Hefezopf zum Frühstück, der Lammbraten und Schokoladenhasen, Ostereier aus Schokolade, das Osterlamm aus Rührteig und der unvermeidliche Möhrenkuchen - Zeit, mal für was Anderes!
Basbousa
Basbousa kommt ohne Schokolade und auch ohne Mohrrüben aus. Er macht fast keine Arbeit und ein kleines Stückchen reicht definitiv aus um den Zuckerspiegel mal fix anzuheben. Heute schon geschmunzelt? Zwei Freundinnen telefonieren:
Mist, der Kuchen will mir nicht gelingen!
Was hast du denn für 'nen Boden?
Im Bad und in der Küche Fliesen, sonst überall Laminat.

Die Basbousa 

Basbousa, Making-off
Es gibt Quellen, die sehen Ägypten als Ursprungsland des Kuchens, von wo aus er sich in der gesamten arabischen Welt und dem ehemaligen Osmanischen Reich verbreitet hatte. Basbousa ist ein traditioneller süßer Grießkuchen aus dem Nahen Osten – saftig, sirupgetränkt und leicht körnig in der Textur. Er gehört zu den bekanntesten levantinischen kuchenartigen Desserts und ist besonders beliebt zu Festen und Familienfeiern.
Der Name leitet sich vom arabischen Wort basbasa ab, was getränkt bedeutet, in Anlehnung an den in Zuckersirup getränkten Grieß. Man sagt: Basbousa ist wie eine Umarmung für den Gaumen, süß und tröstlich!
Basbousa
Etwas passende Sounds dazu?
Ala Bali
Boghos Gelalian - Topic
Dieser Song stammt original von einer Musikkassette (MC), die ich in Djiddah erworben habe aus meiner Zeit als Stewardess in Saudi-Arabien anno 1974 oder besser gesagt: Was einem nicht so alles beim Ausmisten in die Hände fällt. 
Basbousa

Der Grieß

Hartweizengrieß
Grieß
ist eine Zwischenstufe zwischen Mehl und ganzen Körnern. Grieß sind somit die Teilstückchen des Getreidekorns (meist Weizen) mit einer Größe von 0,3 bis 1 mm (300–1000 µm). Grießkörnchen sind rundlich bis kantig und weiß bis gelblich-braun gefärbt. Grieß wird ähnlich hergestellt wie Mehl, jedoch wird dazu die Mühle anders eingestellt. Die feinere Mehlfraktion, die bei diesem Mahlvorgang gleichzeitig mit entsteht, wird später ausgesiebt und als Mehl verwendet,
sagt mein Freund Wiki. Man unterscheidet Weichweizengrieß und Hartweizengrieß abhängig von der Weizenart, der Struktur und der Verwendung. Hier kommt Hartweizengrieß zur Verwendung.
Basbousa

Die Pistazien

Pistazien (Pistacia vera) 
Die Pistazie (Pistacia vera) ist in verschiedenen Küchen der Welt beliebt und besitzt eine außergewöhnliche Fähigkeit: Sie passt sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Gerichten. Man bezeichnet sie auch als das Grüne Gold.
Pistazien (Pistacia vera) 
Sie gehört zu den ältesten blühenden Kulturpflanzen und ist ursprünglich beheimatet im Nahen Osten.
Pistazien (Pistacia vera) 
Pistazien bestehen zu gut 50 Prozent aus ungesättigte Fettsäuren. Der Eiweißanteil beträgt fast 20 Prozent. Pistazien enthalten Vitamine aus der B-Gruppe. Diese sind unter anderem wichtig für die Nerven. Des Weiteren weisen Pistazien die Vitamine E und Pro-Vitamin A auf. Die Gehalte an Kalium und Eisen sind hoch. Die in den Nüssen enthaltenen Ballaststoffe sind gut für die Verdauung. Nun aber zu meinem Rezept für Basbousa.


Das Rezept


Basbousa von Doc.Eva
Zutaten

Kuchen
  • 100 g groben Hartweizengrieß
  • 60 g Naturjoghurt (10% Fett)
  • 1 Stck Ei
  • 4 El Pistazienmus, gesüßt (Fertigprodukt)
  • 5 El Butter, geschmolzen
  • 1 Tl Vanillezucker
  • 1/2 Tl Backpulver
  • 1 Tl Salzzitronenpaste 
  • 4 Tl Pistazienstückchen, geröstet
Sirup
  • 200 g Zucker
  • 3 El Zitronensaft
  • 200 ml Wasser 
  • 1 Stck Karkade Blüte, nach Geschmack 
  • Rosenwasser oder Orangenblütenwasser nach Bedarf
Zubereitung
Kuchen 
  1. Für den Teig alle trockenen Zutaten in eine Schüssel vermengen. 
  2. Nachfolgend die Eier, den Joghurt und die Butter hinzugeben und zu einem glatten Teig verrühren. 
  3. Falls der Teig, aufgrund der Eiergröße eher fest ist, dann rührt man etwas mehr Joghurt unter. 
  4. Der Teig sollte leicht streichfähig sein und einfach vom Schüsselrand fließen. 
  5. Den Teig in eine passende Form geben und glattstreichen. 
  6. Bei 170 °C ca. 20–25 Minuten in der Heißluftfritteuse backen, kühl stellen. 
Sirup
  1. Für den Sirup, Wasser und Zucker in einem Topf aufkochen bis der Zucker sich auflöst.
  2. Zitronensaft und die Karkade Blüte hinzufügen und 10 Min. kochen lassen. 
  3. Die Blüte entfernen. 
  4. Bei Seite stellen und abkühlen lassen. 
  5. Wer mag kann an dieser Stelle 1 Spritzer Orangenblüten- oder Rosenwasser unterrühren, so bekommt der Sirup sein charakteristisches Aroma. 
  6. Ich persönlich präferiere die unparfürmierte Variante. 
Anrichten
  1. Nach dem Backen den heißen Kuchen direkt mit dem erkalteten Sirup vollständig tränken. 
  2. Den Grießkuchen in kleine Stücke oder Rauten schneiden und mit gerösteten Pistazienstückchen bestreuen.
Lasst’s euch schmecken!

Die Vorschau

Meinen heimischen Herd in meiner Berliner Küche unter dem Dach brauche ich definitiv wieder für mein nächstes Rezept. Ich versuche mich an Madeleines - bis dahin und SO LONG …
PS: Ich wünsche all meinen treuen und geneigten 
FROHE OSTERN